Neubau, Umzug, Abriss – die Übersiedelung der FF Maria Rojach in das komplett umgebaute Kulturhaus bringt nicht nur den Florianis eine neue Heimat, sondern wird auch das Ortsbild nachhaltig verändern.

Über Platzmangel klagen die 44 Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Maria Rojach schon lange. Erste Überlegungen, das bestehende Rüsthaus mit einer Nutzfläche von rund 100 m2 auszubauen, gehen bereits auf das Jahr 2004 zurück. Zugleich häufen sich die Einsätze: „Pro Jahr rücken wir etwa 60 Mal aus. Unwetter- und Hochwassereinsätze nehmen stark zu“ weiß Kommandant Christoph Hinteregger. Ein Rüsthaus, das zu wenig Platz bietet und nicht mehr den technischen und thermischen Anforderungen entspricht, ist da alles andere als hilfreich. Eine praktikabel Lösung fand die Stadtgemeinde St. Andrä im Umbau des bestehenden Kulturhauses, das seit der Übersiedelung der Vereine in den Kulturstadl keine Verwendung mehr fand. „Im Zuge der Ortsgestaltungsplanung mussten wir uns überlegen, was wir mit diesem Gebäude machen“, sagt Bürgermeister Peter Stauber. „Mit der Übersiedelung der Feuerwehr in das Kulturhaus schlagen wir zwei Fliegen mit einer Klappe: Einerseits bekommen die Kameraden einen neuen Stützpunkt, der heutigen Standards entspricht, andererseits erhalten wir das Gebäude als fixen Bestandteil des Ortes.“

Modernstes Rüsthaus
Für die Planung des Großprojektes wurde der St. Pauler Architekt Josef Klingbacher engagiert, der bereits beim Umbau des Kulturstadls stark involviert war: „Klingbacher ist ein sehr renommierter Architekt, der die Ortsplanung in Maria Rojach schon seit vielen Jahren begleitet“, so Stauber. Bereits im Oktober des Vorjahres wurde mit der Entkernung des alten Kulturhauses begonnen. Viel mehr als die Grundmauern blieb dabei nicht übrig. Die Dimensionierung des Gebäudes erlaubte es dem Architekten, großzügig zu planen. Das neue Rüsthaus spielt alle Stücke: Aufgeteilt auf zwei Stockwerke finden neben der Garage für das Kleinlösch- und das Tanklöschfahrzeug unter anderem auch die Umkleideräumlichkeiten, eine Einsatzleiterzentrale, ein Atemschutzraum, getrennte Damen- und Herren-WCs sowie -Duschen, ein Schulungsraum und ein Gemeinschaftsraum Platz. „Mit über 230 m2 Nutzfläche bietet es mehr als doppelt so viel Fläche wie das alte Rüsthaus“, erklärt Architekt Klingbacher. Auch Bgm. Stauber ist begeistert: „Das wird das modernste Feuerwehrhaus des Bezirkes.“

Kostenaufteilung
Nach der Fertigstellung des Rohbaus und einer kurzen Winterpause geht es im Feber mit dem Einbau der Fenster weiter. Spielt die Witterung mit, ist die Fertigstellung für Juni 2019 angedacht. Die Gesamt-Investitionskosten von rund 760.000 Euro teilen sich wie folgt auf: Gemeinde rund 350.000 Euro, Bundesförderung rund. 138.000 Euro, Landesförderungen rund 272.000 Euro.

Abriss
Was passiert mit dem alten FF-Haus? „Das wird nach dem Umzug abgerissen. Hier entsteht ein großer Platz, der vorrangig den Feuerwehrleuten als Parkplatz dienen wird, sich aber auch für Veranstaltungen eignen würde“, kündigt Stauber an. Eine Maßnahme, die das Ortsbild von Maria Rojach nachhaltig prägen wird, denn durch den Abriss des alten Rüsthauses rückt die dahinter liegende Volksschule wieder stärker in den Ortskern und bildet mit dem neuen Feuerwehrhaus und dem Nahversorger eine Einheit.

Der Zubau zum alten Kulturhaus dient als neue Garage für die Feuerwehrfahrzeuge

Kommandant Christoph Hinteregger und Architekt Josef Klingbacher (v. r.) rechnen mit einer Fertigstellung des neuen Feuerwehrhauses im Juni 2019

Das alte Rüsthaus wird komplett abgerissen. Es entsteht ein neuer Dorfplatz

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