Der Naturschutzverein Sablatnigmoor arbeitet im Sinne des wertvollen Lebensraumes für Pflanzen und Tiere. Seit Mai gibt es wieder Führungen durch das Ramsar- und Naturschutzgebiet in Eberndorf.

Weit über 2.000 Pflanzen- und Tierarten sind im Sablatnigmoor beheimatet. Das mehr als 100 ha große Vollnaturschutzgebiet befindet sich im Besitz der Marktgemeinde Eberndorf und wird vom Naturschutzverein Sablatnigmoor hinsichtlich Erhaltung, Pflege und touristischer Nutzung betreut. Es trägt mehrere Ausweisungen als Schutz-Gebiet, u.a. „Natura 2000“, sowie das Prädikat als „Ramsar“-Gebiet.

Lebensraum Wasser
Vizebgm. Matthias Burtscher ist seit 2012 Obmann des Naturschutzvereins und hebt die Bedeutung der internationalen „Ramsar“-Auszeichnung hervor: „Dieses Prädikat richtet sich an den Lebensraum Wasser in allen Formen – von einer Quelle bis zum Moor. Ich sehe es als Ehre, dass bei der 25-Jahr-Feier unseres Naturschutzvereins im vergangenen Jahr auch der Vorsitzende von Ramsar Österreich, Wolfgang Pelikan, dabei war.“ Ebenfalls seit 1992 trägt das Sablatnigmoor das Ramsar-Prädikat, fünf Schutzgebiete dieser Art gibt es in ganz Kärnten. Im Vorstand des Naturschutzvereins Sablatnigmoor sind weiters Obmann-Stv. Ilse Sdovc-Piskernik, Kassier Udo Karner, Schriftführerin Daniela Taschek.

Tier- und pflanzenreich
Vereinsobmann Burtscher ist selbst studierter Biologe mit zusätzlichem Abschluss des Postgraduate Uni-Lehrgangs „Management of Protected Areas“. Ihm gelang der Erstnachweis der vom Aussterben bedrohten Libellenart „Große Moosjungfer“ im Sablatnigmoor. Die Tier- und Pflanzenwelt in diesem Naturjuwel zeigt sich mit zahlreichen Besonderheiten in der großen Vielfalt – von den fleischfressenden Arten des Sonnentaus und des Wasserschlauchs über seltene Orchideen bis zum Blauen Balkan Moorfrosch, der auch das Maskottchen des Sablatnigmoores ist. Der Eisvogel ist eine der rund 170 hier beheimateten Vogelarten.

Führungen
Besucher- und Infozentrum beim Moor ist die „Tomarkeusche“, die auf Initiative der Naturfreunde Kühnsdorf vor einigen Jahren komplett revitalisiert wurde. Burtscher: „Wir planen gerade, das Besucherzentrum zu sanieren und zu modernisieren.“ Biologe und Ornithologe Thomas Schneditz veranstaltet Führungen am Moor zu den Besonderheiten der Natur und kulturgeschichtlichem Hintergrund des Jauntales. Die Führungen finden von Mai bis 30. September statt, dienstags um 7 Uhr, mittwochs und donnerstags um 8 Uhr, freitags um 8 und 18 Uhr sowie samstags um 9 Uhr, Treffpunkt ist am Parkplatz in Hof nahe der Buschenschank Kordesch. Gruppenführungen nach Terminvereinbarung unter 04236/2497 (Tomarkeusche), Infos: Tourismusverein Eberndorf, Tel. 04236/2221, www.sablatnigmoor.at.

Foto oben: Biologe und Ornithologe Thomas Schneditz, hier mit Vereinsobmann Matthias Burtscher am Aussichtspunkt im 1. Stock der Tomarkeusche, führt von Mai bis September von Dienstag bis Samstag rund ums Sablatnigmoor
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Obmann Matthias Burtscher vom Naturschutzverein Sablatnigmoor beim Aussichtspunkt am Weg von Hof zur Tomarkeusche. Zu Fuß oder mit dem Fahrrad kann man das Naturschutz- und Ramsargebiet jederzeit erkunden
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Im Besucherzentrum Tomarkeusche befinden sich ca. 170 Präparate von im Schutzgebiet lebenden Tieren und ein großes Modell
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