Die rund 700 Imker aus dem Spittaler Bezirk melden in diesem Jahr einen massiven Honigausfall und steigende Preise beim Gold aus dem Bienenstock.

Aber nicht nur die Spittaler Region ist betroffen – Imker aus ganz Kärnten teilen dieses Schicksal. Viele können durch den Ausfall nicht einmal ihre laufenden Kosten decken.

Keine Läuse
Grund für den mageren Ertrag ist das Fehlen des Waldhonigs. „Es gibt da ein altes Sprichwort, das besagt, wenn der Wald blüht, wird es ein schlechtes Honigjahr. Und so ist es auch heuer! Grundsätzlich kommt der kostbare Waldhonig aber nicht vom blühenden Wald, sondern von den Läusen, die auf den Zweigen und Blättern leben. Aufgrund der heurigen Witterungsbedingungen wie Schauer und Hagel wurden die Läuse, die für die Produktion des bernsteinfarbigen Honigs zuständig sind, jedoch einfach weggespült und so konnten die Bienen auch nichts davon einsammeln. Das ist der Grund, warum wir heuer nur ein paar Kilo pro Volk ernten können“, schildert Obmann Traugott Brandstätter vom Bienenzuchtverein Eisentratten die Situation. Hierzu sollte erwähnt werden, dass Imker in einem „normalen“ Honigjahr ca. 15-20 Kilo pro Volk ernten und in einem guten sogar bis zu 30 Kilo. Der Ausfall des Waldhonigs, welcher den Hauptanteil des Ertrags im Spittaler Raum ausmacht, trifft viele „kleine“ Imker schwer. „Sie werden sich das Honigschleudern wohl sparen und den Bienen gleich das Winterfutter geben“, erklärt Brandstätter. Wie viel Honig tatsächlich geerntet werden kann, wird sich in den nächsten Tagen zeigen. Honigliebhaber müssen aber nicht komplett auf das süße Gold verzichten, denn auch der Blütenhonig schmeckt sehr lecker: „Im Vergleich zum Waldhonig ist der etwas heller, süßer und dünner. Die Qualität kann man jedoch erst nach dem Ernten beurteilen“, so Traugott Brandstätter, der 70 Bienenstöcke besitzt und bis zum Winter auf 100 aufstocken möchte.

Seltenheit
Im Mölltal ist die Ernte zwar auch nicht wie erhofft, aber man freut sich über eine Besonderheit: „In hochliegenden Gebieten wie beispielsweise Mörtschach hat in diesem Jahr zur rechten Zeit der Almrausch geblüht. Das Wetter war ideal und so gibt es bei uns heuer den hervorragenden Almrauschblütenhonig“, erklärt Obmann Horst Plössnig vom Bezirksverband für Bienenzucht Spittal/Drau. Wichtig sei es, dass Imker Reserven anlegen. „Jeder Imker sollte Vorrat für zwei Jahre im Keller haben, schließlich muss man immer wieder mit einem Ausfall rechnen. Viele haben jedoch Angst, dass sie auf ihrem Honig sitzen bleiben und geben ihn so für Schnäppchenpreise her“, erklärt der Obmann vom Bezirksverband für Bienenzucht Spittal. Es kann davon ausgegangen werden, dass in diesem Jahr die Preise steigen werden, davon hält Traugott Brandstätter jedoch nichts: „Ich möchte meine Stammkunden nicht verscheuchen, daher werde ich den Honig einfach fair aufteilen und wenn er aus ist, dann ist er eben aus. Ich denke 13 Euro pro Kilo ist ein guter Preis für ein Naturprodukt, egal ob bei Ausfall oder bei einem guten Honigjahr. Dem schließt sich auch Horst Plössnig an.

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