Der Countdown zum absoluten Rauchverbot in Gastronomiebetrieben läuft: Nach Änderung des Tabakgesetzes 2015 ist mit 1. Mai 2018 die Übergangsfrist für Lokalräume abgelaufen, dann darf man nur noch im Freien rauchen.

Eine „Herausforderung, aber grundsätzlich kein Problem“, sagt Andreas Handke, Wirt vom „HA – das Lokal“ in Griffen zum kommenden Rauchverbot. Bereits zur Eröffnung 2013 hat er sein Lokal mit separatem Nichtraucher-Raum ausgestattet: „Mir war es immer wichtig, dass der Nichtraucherbereich genauso schön ist wie der Rauchbereich. Aber 90 Prozent meiner Gäste rauchen, das ist so und nicht wegzudiskutieren.“

Freiwilligkeit
Als Gastronom – selbst ist er Nichtraucher – weist Andreas Handke auf zwei Sichtweisen hin: „Die eine ist die Seite des Gastes, der zu mir kommt und zu seinem Kaffee eine Zigarette rauchen möchte. Die zweite ist der Mitarbeiterschutz, als Arbeitgeber trage ich Verantwortung für meine fünf Mitarbeiter.“ Die gesetzliche Regelung sieht er als „ein Stück weit eine Bevormundung vom Staat“ und erläutert: „Überall, wo man hingehen muss, z. B. auf ein Amt, sollte es ein generelles Rauchverbot geben. Aber bei einem Lokal entscheidet jeder Gast freiwillig, ob er zu mir kommt.“

Vorgesorgt
Als „große Aufgabe für Wirte“ schätzt der Griffner das absolute Rauchverbot ein: „Aber ich denke nicht, dass es schaden wird. Ideen sind gefragt, das Beste daraus zu machen.“ Handke hat Vorbereitungen getroffen: „Wir haben eine neue Überdachung vor dem Lokal angebracht und ein weiteres Konzept erarbeitet. Ab Anfang 2018 ist alles auf Schiene. Ich bin froh, dass der Sommer als Beginn des Rauchverbotes festgelegt wurde, das macht die Umstellung leichter.“

Speiselokal
Rudolf Tomaschitz-Türk vom Gasthof Zenkl in Gallizien: „Am Anfang wurde die Entscheidung auf die Wirte abgewälzt, gleich ein generelles Rauchverbot wie in Italien, Deutschland oder Slowenien wäre besser gewesen. Jetzt, wo alle investiert haben, sollte man es so weiterführen, wie jeder will.“ Für ein Speiselokal nennt er rauchfrei als Vorteil – aber: „Für die kleinen Tschacherl, wo jemand zum Feierabend-Bier seine Zigarette raucht, ist es schade“, so Tomaschitz-Türk.

Weniger Raucher
Der Zenkl-Wirt selbst hat bereits beim Umbau des Gasthauses vor 14 Jahren Weichen gestellt: Im Gastraum mit Theke wurde eine sehr gute Lüftung eingebaut, der anschließende Speisesaal (mit Schiebetüre) ist ebenfalls aktuell ein Rauchbereich, rauchfrei ist der große Saal. Tomaschitz-Türk: „Am Anfang wird es sicher schwer, aber es wird sich einpendeln. Ich habe oft Erfahrung mit deutschen Gästen gemacht, die im Gastraum sitzen, aber für eine Zigarette trotzdem vor die Tür gehen. Wenn wir sie darauf ansprechen, dass hier das Rauchen erlaubt ist, sagen sie: ,Wir machen es zuhause ja auch so’.“ Generell hat der Wirt bereits bei z. B. Sitzungen im Gasthaus sowie auch privaten Runden einen Rückgang der Raucher bemerkt: „Viele Leute haben bereits aufgehört, es gibt immer öfter mehr Nichtraucher als Raucher in einer Gruppe, das war früher umgekehrt.“

Keine Planungssicherheit
Gegen Gesetze per se hätten die Wirte nichts, „nur gegen die österreichische Art, mit der sie umgesetzt werden“, erklärt Stefan Sternad, Obmann der Fachgruppe Gastronomie in der Wirtschaftskammer Kärnten. Mit „österreichischer Art“ meint der Veldener Gastronom, „die zahlreichen Ausnahmeregelungen. Lieber einmal Klartext, das bringt uns Unternehmern Planungssicherheit.“ Trotz mancher Bemühungen, das generelle Rauchverbot doch noch zu kippen, geht Sternad von dessen Implementierung per 1. Mai 2018 aus. „Wir Wirte müssen damit umgehen. Das Wirtesterben wird dadurch jedoch weiter beschleunigt.“

Rudolf Tomaschitz-Türk in seinem Gasthof Zenkl in Wildenstein, Gallizien

Großes Foto oben: Wirt Andreas Handke, das „HA“ in Griffen ist Café und Abendlokal
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Stefan Sternad, Obmann der Wirtschaftskammer-Fachgruppe Gastronomie in Kärnten
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