Mit dem Tunneldurchschlag in Untersammelsdorf im Bereich der Tunnelkette St. Kanzian wurde eines der technisch anspruchsvollsten Bauwerke der Koralmbahn im Rohbau fertiggestellt. Es ist der letzten Tunnel der Koralmbahn in Kärnten.

Am Donnerstag konnte der Vortrieb mit dem Tunneldurchschlag Untersammelsdorf erfolgreich beendet werden. Der Tunnel hat eine Gesamtlänge von 665 Metern und eine maximale Überlagerung von 30 Metern. Beim Westportal des Tunnels wird ein Tunnelrettungsplatz für Einsatzkräfte errichtet. Der feierliche Tunnelanschlag fand am 6. Juli 2017 statt. Beim Bau wurde auch auf die lokale Wertschöpfung geachtet, denn die Lavanttaler Baufirma Kostmann wurde gemeinsam mit dem deutschen Tunnelbauer Baresel mit der Errichtung der Tunnelkette St. Kanzian beauftragt.

Meilenstein
„Wir freuen uns sehr, dass wir den vorletzten großen Tunneldurchschlag bei der Koralmbahn erreicht haben“, erklärte Vorstandsdirektor Franz Bauer von der ÖBB-Infrastruktur AG bei der Feier. „In den nächsten Monaten erwarten wir den ersten Hauptdurchschlag im Koralmtunnel, der derzeit unter technisch aufwändigen Lösungen errichtet wird. Der Tunnel Untersammelsdorf ist aber nicht weniger anspruchsvoll, da er und die gesamte Tunnelkette St. Kanzian in geologisch schwierigstem Terrain errichtet wurde.“

Wirtschaft & Umwelt
„Mit dem erfolgten Tunneldurchschlag in Untersammelsdorf ist ein weiterer wichtiger Schritt zur Fertigstellung der Koralmbahn erfolgt. Sowohl Kärntens Wirtschaft als auch unser öffentlicher Verkehr profitieren vom größten Bahn-Infrastrukturprojekt in der Geschichte unseres Bundeslandes“, so Landeshauptmann Peter Kaiser. Er verwies auch auf die hochwertigen ökologischen Ausgleichsflächen, die beim Bau der neuen Draubrücke der Koralmbahn geschaffen wurden: „Sie sind mit 18 Hektar rund dreimal so groß wie die beanspruchte Fläche für die Brücke, die im Herbst 2017 fertiggestellt wurde.“

Tourismus
Bgm. Thomas Krainz betonte die Bedeutung für die Tourismusgemeinde: „Die Koralmbahn wir die Erreichbarkeit des Südens von Österreich und insbesondere der Tourismusregion St. Kanzian – Klopeiner See wesentlich erhöhen. Die neue Hochleistungsbahn wird nicht nur eine internationale Verkehrsader, sondern auch das Rückgrat für unsere besonders wichtige Region Südkärnten; sowohl im Güter-, als auch Personenverkehr.“

Bauabschnitt St. Kanzian
Die Arbeiten am Bauabschnitt St. Kanzian haben 2015 begonnen und werden Ende 2019 abgeschlossen. Prägend für diesen Bauabschnitt sind der Grüntunnel Peratschitzen sowie die Tunnel Srejach und der 665 m lange Tunnel Untersammelsdorf, die allesamt in schwierigen Bodenverhältnissen errichtet werden. Zusätzlich wurden zwei Eisenbahnbrücken (Klopeiner Seebach, Schreckendorfer Bach) errichtet. Hilmar Fewson von der Baufirma Baresel GmbH: „Wir können sagen, dass an der Baustelle in St. Kanzian unsere Mannschaft die anspruchsvollen Vorgaben sehr gut umgesetzt hat. Bei uns kommt zuerst die Sicherheit, dann die Qualität und dann kommen Vortriebsleistung und Wirtschaftlichkeit und wir sind sehr zufrieden, dass dies alles bis jetzt super durchgeführt wurde.“

Am Foto: Tunneldurchschlag in Untersammelsdorf mit Vorstandsdirektor Franz Bauer von der ÖBB-Infrastruktur AG, LH Peter Kaiser, LR Ulrich Zafoschnig, Bgm. Thomas Krainz, Bereichsleiter Hilmar Fewson von der bauausführenden Firma Baresel GmbH und Tunnelpatin Margot Krainz
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