Jetzt hat das Pendeln ein Ende! Nach 22 Jahren an der HTL Wolfsberg, davon zwölf Jahre als Direktor, ging Johann Persoglia mit Jahresbeginn in den Ruhestand.

Zu Beginn seiner Amtszeit als Direktor im Jahr 2006 war der in Klagenfurt wohnhafte Johann Persoglia mit sinkenden Schülerzahlen konfrontiert. Ein Lösung musste her! „Wir haben unsere Erwachsenenbildung für Berufstätige an das Schichtmodell der Firma Mahle angepasst, um den Mitarbeitern die berufsbegleitende Weiterbildung zu ermöglichen“, so Persoglia. Somit konnte man die Schülerzahlen von 434 (2006) auf aktuell 570 erhöhen.

Internationalisierung
„Viel Wert legte ich auf einen starken internationalen Bezug“, so Persoglia. Die Liste länderübergreifender Projekte der HTL Wolfsberg ist lang. Beispielhaft seien die zahlreichen Erasmus+-Projekte, Kooperationen mit Fachhochschulen in Italien und Slowenien sowie Schulpartnerschaften von Schweden bis Portugal genannt. HTL-Schülern wird es dadurch u. a. ermöglicht, Ferialarbeitsplätze im Ausland zu erhalten. Im Fokus stehen ein neues und modernes Leitbild, das auf einer fundierten Ingenieurausbildung, der Kooperation mit der Wirtschaft und der Förderung praktischer Kompetenzen basiert.

Am neuesten Stand
In Persoglias Amtszeit fiel auch der Brand im August 2008, der einen Großteil der Räumlichkeiten unbrauchbar machte. Durch die gute Zusammenarbeit des Kollegiums konnte der Unterricht aber pünktlich zu Beginn des folgenden Schuljahres begonnen werden – und zwar in provisorisch aufgestellten Containern. „Doch selbst so ein Brand hat seine guten Seiten“, blickt der ehemalige Direktor zurück. Schließlich ging aus den Renovierungs- und Umbauarbeiten ein modernes und gut ausgestattetes Schulgebäude hervor. In den Folgejahren konnte die HTL über den Kärntner Wirtschaftsförderungsfond rund eine Million Euro lukrieren, die in Labor- und Werkstättenausrüstung investiert wurde. Die Schule wurde 2016 im Rahmen von „Jugend innovativ“ zur innovativsten HTL Kärntens erkoren. Als erste HTL in Österreich erhielt die HTL das Zertifikat für Entrepreneurship Education in Engineering.

Mehr als eine halbe Million
In seinem Ruhestand will es Persoglia mit Schifahren, Schwimmen und Radfahren ruhiger angehen, dazu hatte er in den letzten Jahren einfach keine Zeit. Ein Zahlenspiel konnte sich der Techniker nicht verkneifen: „Ich bin beim Pendeln der Strecke Klagenfurt-Wolfsberg mehr als 600.000 Kilometer gefahren.“

Foto oben: @ Sissi Furgler

Johann Persoglia mit seinem Nachfolger Jürgen Jantschgi, Landesschulinspektor Axel Zafoschnig und Werkstättenleiter Peter Sander (v. l.)

© Erich Knauder

Ein Sieg beim Wettbewerb Bizplan@school verschlug Lehrer Helmut Hebenstreit, den erste HTL-Direktor Manfred Tönnies und Johann Persoglia 2003 nach San Francisco

KK