Mit dem Eberndorfer Josefimarkt startet jedes Jahr die neue Kärntner Marktsaison – heuer am 24. und 25. März. Obmann Franz Prosen von der Agrargemeinschaft Ortschaft Eberndorf spricht über Tradition, Moderne und Marktleidenschaft – und natürlich das Wetter.

„Der nächste Josefimarkt beginnt am Tag nach dem aktuellen Josefimarkt“, lacht Obmann Franz Prosen von der Agrargemeinschaft Ortschaft Eberndorf. „Beim Kassieren der Standgebühren geben wir die Anmeldung fürs nächste Jahr mit – die ersten Faxe bzw. heute E-Mails kommen dann schon am Montag.“ Die Agrargemeinschaft veranstaltet den Josefimarkt gemeinsam mit der Marktgemeinde Eberndorf.

Treue
Die Aussteller kommen aus ganz Österreich und darüber hinaus: „80/90 % von ihnen sind Alteingesessene“, weiß Prosen. „Uns ist es wichtig, den ,alten Markt’ zu behalten – der Kirchplatz ist das Zentrum, der Rest wächst in den gesamten Ort hinaus. Und trotz vieler moderner Angebote gibt’s traditionelle Waren, wie Holzrechen, auch immer noch.“

Zeitdokumente
Eine Besonderheit ist ein Kassabuch aus dem Jahr 1865 und ein Aussteller-Plan von 1860: Im Buch sind Aufzeichnungen in Mark, Gulden, Talern, Schillingen und Euro eingetragen, der Plan weist Standplätze von Seifensiedern, Kammmachern, Kleinkrämern, Schuh- und Hutmachern etc. aus. Die Agrargemeinschaft Ortschaft Eberndorf investiert das Geld in den Erhalt von Grundstücken, beteiligt sich an Ortsbildpflege, Marterl-Sanierungen ebenso wie an der Kirchplatz-Neugestaltung, vor 20 Jahren wurde der Kreuzweg beim Friedhof neu gemacht.

Miteinander
Zuteilung der Standplätze, Absperrungen abklären, das Säubern zwischen den Markttagen und das große Aufräumen in der Nacht von Sonntag auf Montag gehören dazu: „Wir sind mit 30 Leuten, zwei Kehrmaschinen, drei Traktoren im Einsatz und um halb sechs in der Früh ist alles sauber“, ist Prosen stolz. Ein erfolgreicher Josefimarkt ist Teamwork. „Es geht nur miteinander – Agrargemeinschaft, Gemeinde, Vereine und auch Exekutive. Es ist zum Glück ein relativ ruhiger Markt ohne Exzesse“, so Prosen. „Die Zusammenarbeit mit der Gemeinde ist sehr gut. Ich danke Bgm. Gottfried Wedenig und Amtsleiter Werner Schöpfer – und auch meinem Vorgänger Josef Mochar, er ist unser Mr. Josefimarkt!“

Der Wetter-Faktor
„Der schönste Moment für mich ist nach dem Einmarsch, bei der Eröffnung, wenn die Leute da sind und das Wetter passt – da fällt die Spannung ab“, lacht Prosen. Das Wetter ist die „große Unbekannte“: „Wir hatten schon alles – am Samstag Frühling mit kurzem Leiberl und am Sonntag Schneefall mit dicker Jacke. Vor zehn Jahren war ein Meter Schnee, den haben wir in der Nacht mit Baggern und Traktoren weggeräumt“, erinnert sich Prosen. „Ich bewundere die Marktfahrer, die bei jedem Wetter durchhalten!“

Foto oben: Franz Prosen mit dem Kassabuch aus dem Jahr 1865. Für ihn wird es heuer der 25. Josefimarkt, 20 Jahre war er Kassier der Agrargemeinschaft, seit fünf Jahren ist er Obmann
© KRM

Agrargemeinschafts-Obmann Franz Prosen mit Bgm. Gottfried Wedenig
© Marktgemeinde Eberndorf