Einfach „LEHRgendär!“:Das ist unsere  Serie zum Lehrlingsland Kärnten. Steinmetz Paul Orasche hat seinen Blick bereits auf die EuroSkills – die Lehrlings-EM – in Graz gerichtet.

Um die vielfältigen Möglichkeiten rund um das Thema Lehre in den Mittelpunkt zu rücken, rufen die KÄRNTNER REGIONALMEDIEN das Jahr 2018 zum „Jahr der Lehre“ aus. Unter dem Motto „LEHRgendär – die Serie zum Lehrlingsland Kärnten“ stellen wir in Kooperation mit dem Land Kärnten ab sofort in jeder Ausgabe regionale Lehrbetriebe, Lehrlinge, Job- und Weiterbildungsmöglichkeiten etc. vor. Landeshauptmann und Bildungsreferent Peter Kaiser: „Schon jetzt und noch mehr in der Zukunft werden von den Betrieben in unserem Land gut ausgebildete Fachkräfte gesucht. Das heißt, dass neben und nach Matura- und Universitätsabschlüssen ganz besonders junge Menschen mit Facharbeiter-Expertise besonders gute Chancen haben, sich auf dem Arbeitsmarkt selbst zu verwirklichen, Träume zu realisieren und gut entlohnt zu werden.“ WK-Präsident Jürgen Mandl: „Die Lehre steht für Wissensvermittlung auf höchstem Niveau. Man schafft sehr früh den Berufseinstieg, sammelt Erfahrung und kann sich in seiner Branche etablieren.“ Neben einer klassischen Lehre soll in Zukunft verstärkt auf die Lehre mit Matura und die Lehre nach der Matura gesetzt werden.

Ein Steinkünstler
Paul Orasche aus Zell wusste nach der Pflichtschule nicht, wohin die berufliche Reise gehen sollte. Im Zuge der Schnuppertage auf der Polytechnischen Schule schlug ihm seine Mutter vor, dass er doch beim Steinmetzbetrieb Cekoni-Hutter in Ferlach schnuppern könnte. „Nach drei Tagen wusste ich:,Das ist das, was ich machen willʼ. Zudem habe ich mich mit unserem Chef auf Anhieb gut verstanden.“, sagt Orasche. Im Herbst letzten Jahres hat der 19-Jährige die Lehrabschlussprüfung mit gutem Erfolg abgeschlossen.

Erfolgreicher Lehrling
Das kreative freie Schaffen gefällt dem Burschen aus Zell besonders. Auch das genaue Arbeiten nach Plan, das beim Steinmetz-Beruf gefragt ist, fasziniert ihn. Sein Perfektionsdrang hat ihn vor zwei Jahren bei den
AustrianSkills (Österreichischen Staatsmeisterschaften in 26 Berufen) im Zuge der Berufsinfomesse einen Stockerlplatz gekostet. „Ich wurde Vierter, weil ich das Werkstück, einen Wandbrunnen aus Untersberger Marmor, einfach perfekt machen wollte. Die Zeit hat leider nicht ganz gereicht“, erinnert sich Orasche. Im Frühjahr 2017 war der Steinmetz wieder erfolgreich. Mit einem Gemeinschaftsprojekt wurde er bei den Salzburger Lehrlingsmeisterschaften in Salzburg Erster. Dabei wurde ein kunstvoller Würfel aus Stein geschaffen. Die Entscheidung Steinmetz zu werden, hat Orasche keinen Tag bereut. Er hat seine Berufung gefunden. „Viele denken, dass man als Steinmetz nur Grabsteine gestaltet. Das ist zwar ein großer Teil unsere Arbeit. Aber wir fertigen auch Böden, Verkleidungen, Brunnen u.v.m. – der Kreativität ist keine Grenze gesetzt“, ist Orasche überzeugt.

EuroSkills
Diese Europameisterschaften der Lehrlinge, „EuroSkills“ genannt, finden zum ersten Mal in Österreich statt. 500 Teilnehmer aus ganz Europa werden um Titel ringen, rund 100.000 Besucher werden erwartet. In der EM-Gesamtwertung lag Österreich bei den letzten Bewerben immer an erster Stelle. Jedoch: Bei der letzten Lehrlings-EM 2016 war nur ein Vertreter aus Kärnten dabei. Zwei Jahre davor überhaupt keiner. Das soll sich 2020 ändern. Mit der Kampagne „Wanted“ sucht die Talenteakademie noch nach Teilnehmern. Christof Doboczky, der Leiter der Talenteakademie: „Was die Euroskills-Teilnahme anbelangt, ist Kärnten unterrepräsentiert. Nicht weil wir kein Potenzial haben, sondern viele Leute die Lehrlings-EM nicht kennen.“ Teilnehmen kann man zwischen dem 18. und 23. Lebensjahr. Man kann auch bereits ausgelernt sein. Die endgültige Qualifikation für die EuroSkills steigt im November 2018 bei den Staatsmeisterschaften in Salzburg. Nähere Informationen gerne unter www.talenteakademie.at.

Paul Orasche hat mit der Arbeit als Steinmetz seine Berufung gefunden

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Landeshauptmann Peter Kaiser: „Gut ausgebildete Fachkräfte werden gesucht“