Der Lehrberuf zum Lackiertechniker ist sehr gefragt. Kein Wunder, erwartet angehende Lackierer ein vielseitiges und kreatives Handwerk, bei dem Fantasie und ein gutes Gespür für Farben und Nuancen gefragt sind.

Die Ausbildung, in der sich alles um Farben dreht, ist sehr anspruchsvoll, doch mit Sicherheit eine großartige Investition in die Zukunft, denn Facharbeiter sind heiß begehrt. Aber was genau erwartet angehende Lackierer während ihrer Ausbildung? Toni Kluge, Inhaber des Karosserie-Fachbetriebs Toni Kluge in Spittal, die dortigen Lehrlingsausbilder Jürgen Kalt, Franco Pirker und Mario Thaler geben spannende Einblicke in den durchaus künstlerisch angehauchten Lehrberuf. Und auch die
Lehrlinge in dem Spittaler Unternehmen, das bereits seit 1993 Lehrlinge aufnimmt und bisher rund 60 Lehrlinge ausgebildet hat, erzählen, was sie an dem Beruf mit der Lackpistole begeistert.

Voraussetzungen
„Aktuell haben wir drei Lehrlinge, die die Ausbildung zum Lackiertechniker machen. Alle Anwärter müssen bei uns zuerst eine Schnupperlehre absolvieren. Während dieser sieht man schon, ob sie Interesse und Wille mitbringen“, so Chef Toni Kluge und ergänzt: „Motivation zählt für mich mehr als Schulnoten. Nichtsdestotrotz sollte der angehende Lackiertechniker gut in den Fächern Chemie, Mathe und Werken bzw. Technik sein, denn ein grundsätzliches Verständnis für Montagen
einzelner Fahrzeugteile sowie die Zusammensetzung verschiedener Lacke und Chemikalien ist für diesen Beruf notwendig. Vor allem mathematisches Verständnis ist wichtig, denn häufig muss der Bedarf einer bestimmten Farbe berechnet werden“. Wer sich als Lackiertechniker bewirbt, sollte außerdem technisches Interesse, handwerkliches Geschick und Spaß am Gestalten mit Farben mitbringen.

Vielseitige Arbeitsfelder
Die 
duale Ausbildung dauert insgesamt drei Jahre und findet im Betrieb wie auch in der Berufsschule in Villach, die durchgehend zwei Monate im Jahr dauert, statt. „Grundsätzlich lackieren und gestalten Lackiertechniker Oberflächen an Fahrzeugen, Aufbauten, Objekten, Einzel- oder Serienteilen, um sie vor Umwelteinflüssen zu schützen oder um das Fahrzeug farblich aufzupimpen“, erklärt Jürgen Kalt, einer der drei Lehrlingsausbilder des Betriebs. Zur Gestaltung gehören zudem das Aufbringen von Logos und Schriften, denn viele Kunden wollen individuelle Farben, Designs und Beschriftungen. Auch das Entfernen von Spuren wie Kratzer oder Dellen nach einem Unfall gehört zu den Aufgaben. „Bevor es jedoch dem Fahrzeug an den Lack geht, werden die verschiedenen Materialien erstmal gereinigt, gekittet, geschliffen und grundiert“, so der zweite Ausbilder Mario Thaler. „Die Vorarbeiten dauern meist länger als das Lackieren selbst“, fügt der dritte Lehrlingsbeauftragte im Betrieb Franco Pirker hinzu und erklärt weiter: „Sauberkeit ist das Wichtigste in diesem Beruf und Voraussetzung für das perfekte Endergebnis“. Während der Ausbildung lernen angehende Lackiertechniker natürlich auch die Bedienung verschiedenster Werkzeuge und Geräte wie beispielsweise die Lackierpistole inklusive Kompressor und den Winkelschleifer.
Manuel Penker, 1. Lehrjahr, aus Pusarnitz ist begeistert von seiner Ausbildung: „Ich wollte schon immer etwas mit Autos machen und Lackiertechniker ist einfach sehr abwechslungsreich. Das Lackieren selbst fasziniert mich einfach“. Marcel Steiner, 1. Lehrjahr, mag an seinem Job vor allem das Handwerk: „Mit seinen Händen selbst etwas zu machen und aus etwas Kaputtem etwas Neues zu schaffen, ist toll“. Und auch Thomas Warl, 2. Lehrjahr, ist begeistert, was man alles mit Lack machen kann und schätzt das super Betriebsklima im Karosserie- Fachbetrieb Toni Kluge. „Ich bin sehr stolz auf „meine
Buben“. Sie alle sind sehr engagiert und interessiert“, so Toni Kluge abschließend.

Weitere Infos zu Lehrberufen und Möglichkeiten gibt’s auch auf: www.lehre.ktn.gv.at
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