Obwohl der Beruf des Hufschmieds eher eine Männerdomäne ist, gibt es in St. Veit eine Hufschmiedin: Katja Henriette Fuchs. Sie absolvierte die Ausbildung vor zehn Jahren und steht den Reitern und Pferden orthopädisch unterstützend zur Seite.

Seit zehn Jahren ist Katja Henriette Fuchs im Bezirk St. Veit, aber auch bis nach Graz hinaus als Hufschmiedin unterwegs. Noch vor acht Jahren war sie viel bei den Pferdezüchtern unterwegs. „Schon als ich zwölf Jahr alt war, saß ich am Pferd. Das erste eigene Pferd bekam ich. Als ich 16 Jahre alt war“, so die Hufschmiedin. Die langjährige Pferdekenntnis ist für ihren Beruf Gold wert. „Wenn man ein Pferd beschlägt, muss man auch immer die Rahmenbedingungen kennen. Deshalb ist es auch immer so wichtig, dass der Besitzer bei meinem Besuch auch mit dabei ist. „Wünschenswert wäre auch eine bessere Zusammenarbeit zwischen dem Pferdebesitzer, dem Tierarzt und dem Hufschmied. Gemeinsame Termine machen bei Sonderbeschlägen viel Sinn“, so Fuchs.

Mehr als nur Hufeisen.
Ein großes, sich aber sehr hartnäckig haltendes Gerücht: Jedes Pferd muss beschlagen werden. Dem widerspricht die Hufschmiedin allerdings sofort: „Wenn ein Pferd ohne einen Beschlag perfekt laufen kann, ist es absolut nicht notwendig. Das Pferd ist nicht mit Hufeisen geboren. Man sollte einfach auf das Pferd achten – wenn es sich im Gelände immer an die Grasstreifen hält, sollte man das auch hinterfragen!“ Als Beschlag wird immer das typische Hufeisen genannt. Allerdings gibt es noch zahlreiche andere Methoden. „Ein Klassiker zum Eisen sind die Kunststoffbeschläge. Dann gibt es noch die Klebebeschläge, Hufschuhe und vieles mehr. Bevor wir dem Kunden etwas neues anpassen, probieren wir es an unseren eigenen Pferden aus. So kann man auch mit eigener Erfahrung die passende Option wählen.

Umfassende Ausbildung.
Die Lehrlinge besuchen in den drei Lehrjahren die Berufsschule im Blockunterricht in Mistelbach in Niederösterreich. Die Lehrwerkstätte befindet sich allerdings in Oberösterreich, genauer gesagt in Stadl-Paura. „Interessierte Personen sollen ein wenig technisches Geschick, ein Gespür für Pferde sowie Pferdekenntnis besitzen. Die Erfahrung kommt mit der Zeit.

Immer mehr Frauen.
Es gibt insgesamt 20 Lehrlinge für den Beruf des Hufschmieds österreichweit. Da es hier auch um körperlich anstrengende Arbeit geht und diese sehr fordernd ist, gilt der Beruf als Männerdomäne. Allerdings schlagen sich vier wackere Mädels derzeit als Lehrlinge durch! „Natürlich wird jedem geholfen, so gut wie es geht. Die Männer packen da auch sofort mit an“, so Katja Henriette Fuchs. „Ich selbst habe die Ausbildung vor zehn Jahren besucht und sie war damals schon nicht einfach. Wir schmieden die Hufeisen von Hand. Dafür braucht man auch ein technisches Geschick. Allerdings ist das erlernbar.“

Esel als Kunde.
Eine Geschichte fällt der St. Veiter Hufschmiedin zu einem besonderen Kunden, einem Esel, ein. „Man ist ja nach vielen Jahren auf schon so einiges gefasst, allerdings brachte mich ein Esel richtig zum Lachen. Ich kam zum Hufe schneiden. Ich griff nach einem Bein und zog hoch. Plötzlich legt er sich hin. Dann erklärte mir die Besitzerin, dass er vorher immer im Kippstand geschnitten wurde. Vielleicht bekommen wir es ja doch noch einmal hin, dass wir ihn im Stehen die Hufe machen können“, schmunzelt Fuchs.

Vor zehn Jahren absolvierte Katja Henriette Fuchs die Ausbildung

Die Hufe von Eik (Norwegischer Kaltbluttraber) sind immer tiptop

Fotos © Anita Arneitz