Blühende Bienenweiden: ein Blickfang mit Nährwert. In der Gemeinde Feistritz ob Bleiburg entsteht neben diesen „Futterflächen“ für Bienen und Insekten auch ein Bienen-Info-Platz in St. Michael. Den 20. Mai haben die Vereinten Nationen zum „Weltbienentag“ erklärt.

Mit sogenannten „Bienenweiden“ werden auf öffentlichen Flächen und in privaten Gärten Lebensräume und Nahrungsquellen für Bienen und pflanzenbestäubende Insekten geschaffen. Zum dritten Mal hat heuer der Landwirtschaftsausschuss in der Gemeinde Feistritz ob Bleiburg Bienenweiden ausgesät. Ziel von Initiatorin Doris-Grit Schwarz, Ausschuss-Obfrau und Gemeindevorstand, ist es, viele Privathaushalte und auch andere Gemeinden zum Nachmachen zu animieren.

Artenreich
Verwendet wird eine Blumensamen-Mischung mit rund 35 Blumenarten und -sorten, die insgesamt eine Blütezeit von Juni bis September/Oktober ergeben. „Seit Mitte des 20. Jahrhunderts hat in Europa die Biodiversität abgenommen. Die artenreichen Wildpflanzenbereiche sind Lebensräume und Nahrung für Bienen und blütenbestäubende Insekten“, so Schwarz. „Bienen sichern durch die Bestäubung der Pflanzen 75 % der menschlichen Nahrungsmittelkette.“

Aufblühen
Schwarz zum heurigen Bienenweiden-Projekt: „Wir haben 60 kg Saatgut für Gemeinde und Bienenzuchtverein angekauft und 200 kleine Säckchen an Haushalte aus den Ortschaften verteilt – die waren binnen zwei Tagen vergriffen. Letztes Jahr haben wir für die blühenden Wiesen sehr viele positive Rückmeldungen bekommen.“ Sie freut sich auch, dass das Projekt über die Gemeindegrenzen hinaus Kreise zieht: „Bleiburg hat 20 kg Saatgut bestellt und auch in Gallizien, Globasnitz, Sittersdorf und Bad Eisenkappel gibt es Bienenweiden-Initiativen.“ In St. Michael ob Bleiburg ist auf der Gemeindewiese zwischen Gemeindeamt und Kindergarten die Blumenmischung ausgesät, in Gonowetz haben Kati und Peter Kert eine große Bienenweide und auch Vizebgm. Vladimir Smrtnik beteiligt sich mit seinem Garten. Ehrenamtlich professionell unterstützt wird das Projekt in der Gemeinde Feistritz auch von Landschaftsgärtner Wolfgang Steindl.

Bienen-Insel & Info-Point
Mit Unterstützung der Gemeinde errichtet der Bienenzuchtverein St. Michael (Obmann Johann Bricman) auch einen „Bienenplatz “ im Ort. „Eine Insel der Bildung mit Ecke zum Verweilen“, nennt es Schriftführer Karl Gril. Um einen Baum in der Mitte werden 36 Betonrohre mit nektartragenden Pflanzen platziert, die Beschriftung der Pflanzen erfolgt viersprachig (Latein, Deutsch, Slowenisch, Englisch). Die Anordnung erfolgt in einem Sechseck – der Form einer Wabe. Der Rundgang wird mit Platten gelegt und rundherum ist eine Bienenweide ausgesät. In weiterer Folge ist noch eine Infotafel geplant. „Bienen brauchen 16 verschiedene Arten von Pollen, um sich gesund zu ernähren“, weiß Karl Gril. „Der Bienenplatz ist ein gemeinsames Bemühen, für bedrohte Bienen mit Kleinigkeiten etwas zu erreichen. Uns ist auch wichtig, die Anrainer der Wohnsiedlung miteinzubeziehen.“ Die Fertigstellung ist bis zum 20. Mai, an dem heuer erstmals der „Weltbienentag“ stattfindet, geplant.

Großes Foto oben: Vizebgm. Vladimir Smrtnik, Wolfgang Steindl, Initiatorin Doris-Grit Schwarz und Kati Kert (v.l.) mit Fotos aus dem Vorjahr, die die Bienenweide bei Volksschule, Kindergarten und Gemeindeamt in voller Blüte zeigen
© KRM

Weltbienentag
Das Bewusstsein für Bienen und den Schutz der pflanzenbestäubenden Insekten zu stärken ist das Ziel des „Weltbienentages“. Im Dezember 2017 wurde bei der Generalversammlung der Vereinten Nationen in New York die Einführung des offiziellen „Weltbienentages“ beschlossen. Die Initiative dafür ging von Slowenien aus. Als Datum wurde der 20. Mai festgesetzt, der Geburtstag des slowenischen Imker-Pioniers und Bienenwissenschaftlers Anton Janša (1734 – 1773). Janša war u.a. ein Hofimkermeister von Maria Theresia sowie Leiter und Dozent der „Schule zur Förderung der Bienenzucht“.

Karl Gril vom Bienenzuchtverein St. Michael ob Bleiburg mit Doris-Grit Schwarz beim Bienenplatz in St. Michael, der kurz vor der Fertigstellung ist

Landschaftsgärtner Wolfgang Steindl ist als freiwilliger und fachkundiger Helfer im Projektteam „Feistritz blüht auf“ – am Foto oben im Einsatz und unten mit Doris-Grit Schwarz, Kati Kert und Vizebgm. Vladimir Smrtnik beim Anlegen der Bienenweide in St. Michael

Peter Kert, ebenfalls im ehrenamtlichen „Bienenweiden“-Team, bei der Fläche in Gonowetz
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