Stopp verhindert Expansion, in 15 Monaten läuft dieser aus, über eine Verlängerung wird bereits nachgedacht. VEZ-Shop-Partner kritisieren diese Maßnahmen.

Leere Geschäftslokale in der Innenstadt – zweifellos musste dieser Entwicklung eine Maßnahme entgegengesetzt werden. Diese erfolgte in Form eines dreijährigen Widmungsstopps. Das heißt: Es ist während dieser Zeit nicht möglich, neue Einkaufszentren an der Peripherie zu eröffnen, wenn es um Artikel geht, welche man in der Altstadt kaufen könnte. Aktuell läuft dieser Stopp noch rund 15 Monate. Der damalige Beschluss hatte seine Gründe: Es gab Pläne, die Handelsflächen der Einkaufszentren noch zu vergrößern. So auch im KAUFein VEZ Villach/Fellach. Seitens der VEZ-Betreiber gibt es dazu kein Statement, außer: Es gab früher Ideen für einen umfassenden Ausbau, derzeit befände man sich in einer Warteposition.

Schließung? „Ja, es gab große Pläne. Die Betreiber sind der Stadt gegenüber derzeit nicht sehr gut gesinnt. Es steht immer wieder im Raum, dass sie zusperren könnten“, sagt dazu Stadtrat Harald Sobe, zuständig für Bauangelegenheiten in der Draustadt. Der Widmungsstopp geht noch bis Mitte Juli 2019 – eine Verlängerung nicht ausgeschlossen. Sobe: „Ich kann nicht für alle sprechen, aber nach unseren Studien scheint der Stopp nicht zu reichen, um die Innenstadt neu zu beleben, es hat noch nicht voll gegriffen. Es kann in den kommenden Monaten aber noch einiges an Entwicklung passieren. Wir sind sehr bemüht, Frequenz in die Innenstadt zu bringen.“
Zu den VEZ-Plänen betont Sobe: „Man muss fairerweise auch sagen, dass die Möglichkeit, das VEZ zu modernisieren, natürlich da ist. Die Betreiber hätten aber gerne das große Konzept – wenn schon Maßnahmen getroffen werden. Wir stehen zu diesem Standort. Dass er an Attraktivität verloren hat, tut uns auch weh, wir möchten nicht, dass das VEZ stirbt.“

Betroffene. Eine etwas andere, sehr persönliche Sicht auf diese Entwicklung haben die VEZ-Geschäftsleute. Der einhellige Tenor: Wenn nicht in absehbarer Zeit modernisiert wird, sei der Standort zum Sterben verurteilt. Vor allem auch durch das Atrio seien Tausende an Kunden verloren gegangen. Der Widmungsstopp stößt auf Unverständnis. „Wenn die Betreiber ihr Geld investieren wollen, ist es nicht nachvollziehbar, warum sie das nicht dürfen. Uns wird es gleich gehen wie der Innenstadt“, so die Meinung der Kaufleute. Die Miete sei nicht unerheblich, habe damals mit der höheren Kundenfrequenz gepasst – heute teilweise nicht mehr, Geschäftslokale stehen nach dem Auszug etwa von Vögele seit längerer Zeit leer. Was könne getan werden? „Den Branchenmix verbessern, etwa durch den Einzug eines Drogeriemarktes. Eine Verlängerung des Widmungsstopps hilft uns nicht, auch nicht der Stadt. Vielleicht dem Atrio, aber dem geht es gut“, so ein Shop-Partner.

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