Von den rund 5.240 Kärntner Tafelklasslern, die heuer ins Schuljahr starteten, ist etwa die Hälfte kurzsichtig.

Die Landesinnung der Augenoptiker/Optometristen schlägt Alarm: „Wenn wir von 40 bis 50 Prozent der Kinder und Jugendlichen ausgehen, dann handelt es sich um ein gesamtgesellschaftliches Problem mit weitreichenden Folgen für die Volksgesundheit. Es ist höchste Zeit für konkrete Maßnahmen“, fordert der Landesinnungsmeister Mario Teufl. Auch im Bezirk Wolfsberg ist die Zynahme der Kurzsichtigkeit zu spüren: „Angesichts meines Arbeitsalltags kann ich bestätigen, dass die Kurzsichtigkeit zunimmt – vor allem bei Kindern und Jugendlichen“, berichtet der Optikermeister Martin Sommer von Optik Baumgartner in Wolfsberg (im Bild).

Auge „verlernt“ Fernsicht
Zu viel Zeit vor dem Handybildschirm und zu wenig Spiel an der frischen Luft haben zu einer stark anwachsenden Kurzsichtigkeit (Myopie) bei Kindern geführt. Heranwachsende brauchen zwei Stunden Aufenthalt im Freien pro Tag und am besten nicht mehr als eine Stunde vor Handy- und Computer-Bildschirmen. Denn dort wird nur in die kurze Distanz geblickt. Das Auge „verlernt“, in die Ferne zu sehen. „Wir können aber nicht einfach sagen, ‚verwendet nur eine Stunde am Tag den Computer.‘ Wir müssen Wege finden, die Gefährlichkeit der Nutzung zu reduzieren. Hier sind beispielsweise neue Forschungsansätzen gefordert.“, so Teufl. Auch das mangelnde Tageslicht und das Blaulicht des Bildschirms schaden dem Auge. Die Kurzsichtigkeit ist irreversibel. Kinder mit hoher Myopie können später schwerwiegende Augenerkrankungen erleiden, wie z. B. grüner Star oder Netzhautablösung.

Schulen sind gefordert
Die Augenoptiker/Optometristen fordern daher ein Umdenken – angefangen bei den Schulen. Diese seien angehalten, Wege zu finden, wie auch in der kühleren Jahreszeit, beispielsweise, mehr Sportunterricht oder andere Maßnahmen, die im Freien stattfinden können. Kritisch sieht Teufl auch Hausaufgaben, die mehr als eine Stunde Nahsehen erfordern.

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