Marijan Petek verbindet Tischlerei mit Kunst. Er hilft mit seinem handwerklichen Geschick Menschen, sich zu erinnern, und gibt aber auch dem Brauchtum ein schauriges Gesicht.

Vom ersten Kontakt mit dem Stück Holz bis zur Endlackierung braucht Marijan Petek aus Peratschitzen, Gemeinde St. Kanzian am Klopeiner See, im Durchschnitt etwa zwölf Stunden, um eine Perchten- oder Krampusmaske anzufertigen – die Zeit variiert, je nach besonderem Aufwand. Seit zwölf Jahren ist er der Ausstatter der „Griffner Grottenteufel“. Die Krampusmaske, die er für die karitative Verlosung bei der jährlichen Perchtenausstellung der Gruppe in Griffen zur Verfügung stellt, fertigt er kostenlos an und er zeigt sein Handwerk dem Publikum: „Ich arbeite gerne mit Kindern, binde sie beim Schnitzen mit ein. Kinder sind sehr lernfähig und mit Begeisterung dabei“, erzählt Marijan Petek.

Brauchtum
Erste „Gehversuche“ beim Maskenschnitzen, wie er es bezeichnet, machte Petek 1997. „Ich bin gelernter Tischler, aber auch begeisterter Autodidakt“, lacht er. Verwendet wird Lindenholz: „Das ist sehr schön zum Schneiden“, erklärt der Schnitzer. Großen Wert legt Marijan Petek auf das Brauchtum: „Vor zwei Jahren war der Trend bei Masken je aggressiver und blutiger und mit mehr Narben, desto besser. Die Griffner Grottenteufel halten sich diesbezüglich auch eher zurück, sie setzen mehr auf Brauchtum.“

Kunst & Kreativität
Unter dem Motto „Handwerk ist erlernbar, Kreativität nicht“ betreibt Marijan Petek seine „Kreative Kunstwerkstatt MP-Design“. „Kunst hat mich immer schon begleitet“, sagt er. Er fertigt Bildhauerarbeiten und Kunsthandwerk ebenso wie Möbel-Unikate, Stiegen, Ausstattungen für Weinkeller, Außenbereiche oder Geschäfte, gestaltet Lichtdesign und komplette Raumkonzepte.

Erinnerungen wiederbringen
Eine besondere Aufgabe ist für den Kunsttischler das Gestalten von Demenzbereichen und Demenzwegen, für das er von Pflegeheimen in Deutschland und Österreich bereits beauftragt wurde. „Es geht darum, dass sich Menschen mit Demenz durch die Ausstattung an früher zurückerinnern können – mit vielen originalen Details, alten Bildern usw. – und sich dort wohlfühlen. Das ist Teil der Therapie. Ich besuche diese Einrichtungen auch nach der Arbeit gerne, das ist viel mehr als nur ein wirtschaftlicher Auftrag für mich.“

Marijan Petek beim Schnitzen an der Krampusmaske, gern bringt er seine Handwerkskunst Kindern näher

Großes Foto oben: Mit Sohn Sebastian bei Masken der „Griffner Grottenteufel“. Der Achtjährige ist gerne in Papa Marijans Werkstatt dabei, am Griffner Perchtenlauf nimmt er in der Kindergruppe teil, Sebastians Maske dafür haben sie gemeinsam geschnitzt
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