Seit heute ist die rund 130 Kilometer lange Koralmbahn in Kärnten voll im Bau. Mitten im Baufeld erfolgte heute der Auftakt für die Herstellung des Abschnitts Aich – Mittlern.

Die Koralmbahn ist ein Jahrhundertprojekt und befindet sich in Kärnten seit heute voll im Bau. Landeshauptmann Peter Kaiser, die Bürgermeister Stefan Visotschnig und Hermann Srienz gaben heute gemeinsam mit Vorstandsdirektor Franz Bauer von der ÖBB-Infrastruktur AG „grünes Licht“ für den letzten Bauabschnitt im Bundesland. Die letzten 10 Kilometer werden schrittweise in den nächsten Jahren errichtet und mit dem Neubau des Tragwerks der Jauntalbrücke über die Drau abgeschlossen.

Letzte Mosaiksteine
„Heute ist für uns ein ganz besonderer Tag“, erklärt Vorstandsdirektor Franz Bauer von der ÖBB-Infrastruktur AG. „Wir starten heute offiziell mit einem der letzten Mosaiksteine bei der 130 Kilometer langen Koralmbahn und errichten in den nächsten Jahren die Neubaustrecke zwischen Aich und Mittlern. Damit sind wir im Bundesland Kärnten voll im Bau und kommen dem für Österreich so wichtigen Projekt der neuen Südstrecke Zug um Zug näher.“ Mit dem Baustart des Streckenabschnittes zwischen Aich und Mittlern wird auf Kärntner Seite das letzte Baulos der Koralmbahn in Angriff genommen. Das zukunftweisende, hochmoderne Bahninfrastrukturprojekt, als Teil des Baltisch Adriatischen Korridors, ist für Kärnten von herausragender Bedeutung. Nicht nur weil damit die Fahrtstrecke von Klagenfurt nach Wien auf rund 2 1/2 Stunden reduziert und Graz in nur rund 45 Minuten zu erreichen sein wird. Auch für die wirtschaftliche Zukunft ist die Koralmbahn ein Hoffnungsträger, wird durch die Errichtung von Verkehrsinfrastruktur Kärnten auch als Arbeitsplätze schaffender Unternehmensstandort noch attraktiver. Für den Südkärntner Raum ist diese wirtschaftliche Belebung wichtig und eröffnet neue Chancen.

Auch Vorteile für Pendler
„Unabdingbar ist es dabei, auch die Bedürfnisse der Menschen und des Tourismus in Bezug auf den Lärmschutz zu berücksichtigen. Für den Zentralraum haben wir Ende Mai eine gemeinsame Kärnten Position gefunden und mit dem Infrastrukturministerium ein Memorandum of Understanding unterzeichnet. Dabei wurde vereinbart, die Lärmschutzwände weiter auszubauen, die Wörtherseestrecke zu einem “Forschungslabor” für leise Züge zu machen, eine lärmabhängige Schienenmaut einzuheben, eine neue Güterbahn-Trasse zu prüfen sowie einen gemeinsamen Lenkungsausschuss einzusetzen“, so Kaiser. „Seit über einem Jahrzehnt wird die Koralmbahn auch in Kärnten errichtet“, erklärt Bürgermeister Stefan Visotschnig. „Die zweigleisige Neubaustrecke für die besonders schnellen Züge führt zwar am Siedlungsgebiet vorbei, jedoch wird Bleiburg über eine eigene Schleife mit angebunden. Auch hier werden für die Pendlerinnen und Pendler wichtige Vorteile generiert. Unser besonderer Dank gebührt aber zusätzlich zu den politischen Entscheidungsträgern auch den ÖBB und vor allem den tausenden Arbeitern, die unermüdlich diese für Kärnten neue Strecke realisieren.“

Schnelle Verbindungen
Die Koralmbahn wird nicht nur kurze Reisezeiten zwischen den Landeshauptstädten Klagenfurt und Graz ermöglichen, sondern auch regional für wichtige Verbesserungen sorgen. „Auch für die Gemeinde Feistritz ob Bleiburg bringt die Koralmbahn wichtige Verbesserungen“, freut sich Bürgermeister Hermann Srienz über den Baustart des letzten Abschnitts. „Die Erreichbarkeit Unterkärntens wird wesentlich verbessert und auch für die Pendlerinnen und Pendler eine hoch attraktive Bahn geschaffen. Profitieren werden durch die neuen schnellen Verbindungen vor allem aber die Menschen, die auf die Bahn als zuverlässigen Mobilitätspartner zählen können.“

Die Bauarbeiten im Detail
Der Bauabschnitt zwischen Aich und Mittlern beginnt bei der Jauntalbrücke, führt weiter in Richtung Bleiburg und schwenkt im Bereich Aich/Wiederndorf nach Westen in das Waldgebiet der Dobrowa Richtung Mittlern. Die geplante Trasse wurde unter Einbeziehung der BürgerInnen in den Planungsprozess gemeinsam mit der Region erarbeitet. Im Zuge des Baus der Koralmbahn wird auch die bestehende Bahnstrecke im Abschnitt zwischen Aich und St. Michael ob Bleiburg, die so genannte „Bleiburger Schleife“, an die Hochleistungsstrecke angebunden und gewährleistet somit eine moderne Erschließung der Stadt Bleiburg und der Marktgemeinde Feistritz ob Bleiburg über die Bahn. Der gesamte Abschnitt umfasst:

Ø 10 km Streckenlänge

Ø 4 Bahnbrücken mit Straßenunterführung

Ø 3 Straßenbrücken

Ø 2 Wildbrücken, davon eine innovative „Freiformschale“

Ø Neue Haltestelle Wiederndorf-Aich

Ø Adaptierung Jauntalbrücke

 

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