Wer nicht wagt, der nicht gewinnt: Diese drei Lavanttaler Produzenten setzen auf Innovation und präsentieren exklusive neue Kreationen.

Seit drei Jahren beschäftigt sich die Familie Vallant-Friesacher in ihrem Honigatelier in Zellach mit der Herstellung von Qualitätshonig. Carmen Vallant-Friesacher ist die Schöpferin des einzigartigen Lavanttaler Honigfrizzante: „Honig produzieren viele. Meine Idee war es, ihn gemeinsam mit der Lavanttaler Weinbaufamilie Gartner zu etwas Besonderem weiter zu veredeln“, erklärt die Unternehmerin, die auf zehn Jahre Erfahrung in der Lebensmittelindustrie zurückblicken kann und dieses Wissen nun für die Etablierung regionaler Produkte aus eigener Produktion anwendet. Der Honigfrizzante kommt ganz ohne Farb- und Aromastoffe aus und schmeckt am besten pur auf Eis mit frischer Zitronenverbene. Purer Honig verbindet sich mit dem Fruchtspiel des Weines zu einem einzigartigen Geschmackserlebnis. „Er passt hervorragend als Aperitif oder als Begleiter zu Vorspeisen und Fischgerichten, eignet sich aber auch als Genuss für zwischendurch.“ Erhältlich ist das regionale Produkt im Lagerhaus Wolfsberg, beim Haus der Region und bei Demeter Kulturkost St. Markus.

„Echter“ Wein
Zurück zum Ursprung – das dachte sich Hans Gritsch vlg. Lenzbauer. Der renommierte Hersteller von Wein, Edelbränden und Essig hat die älteste überlieferte Methode der Weinherstellung wieder zum Leben erweckt. „Die Trauben werden nur gerebelt, im Ganzen eingemaischt und vergoren. Da Pressen entfällt. Zudem ruht der Wein ganze acht Monate auf den Beeren. Daraus resultiert der so genannte Orange Wine“, erklärt der Fachmann. Dieser Wine ist ein echtes und authentisches Naturprodukt, denn Zusätze wie Schwefel, Reinzuchthefe und Schönungsprodukte, die bei der herkömmlichen Weinherstellung zum Einsatz kommen, entfallen komplett. „Es hat mich persönlich interessiert, wie weit man technische Interventionen reduzieren und trotzdem ein hochwertiges Produkt erhalten kann“, erklärt Gritsch seine Motivation. Der Geschmack ist mit herkömmlichen Weinen nicht zu vergleichen. „Er geht eher in Richtung Portwein oder Sherry. Die meisten, die ihn kosten sind erst überrascht, doch mit der Zeit beginnt der Orange Wine richtig zu schmecken“, lacht Gritsch. Eine Verkostung ist beim Lenzbauer jederzeit möglich, doch mit dem Kauf wird’s schwierig: Vom 2015er Jahrgang sind nur noch wenige Flaschen übrig, der 2018er Jahrgang kommt erst 2021 auf den Markt. Ebenfalls eine Neuigkeit aus dem Hause Lenzbauer ist der „Laverggi“ – die Lavanttaler Version des Säurungsmittels Verjus, das vor allem in der gehobenen Gastronomie zum Verfeinern von Speisen verwendet wird und aus dem Saft grüner Trauben besteht. Eine Alternative zum Essig.

Gurke in der Flasche
Apropos Essig! Das aus der Küche nicht wegzudenkende Würzmittel ist neben Edelbränden und Gin die Spezialität der Manufaktur Müller in Bad St. Leonhard. Über 20 Sorten Essig produzieren Herbert und Andrea Müller. Im Sortiment finden sich immer wieder ausgefallene Sorten wie etwa Tomaten-, Bier- und Zwetschkenessig. Der neueste Streich der Familie Müller: Gurkenessig! „Das Geheimnis dabei ist es, das intensive Aroma der Feldgurken in den fertigen Essig zu bringen“, erklärt Herbert Müller. Die Grundvoraussetzung dafür sind sonnengereifte Feldgurken vom Freiland. „Hier haben wir auf Qualität dem Lavanttal vom Gemüsehof Errath zurückgegriffen“, so Müller. Die Gurken werden gewaschen, sortiert und in der Obstmühle zu Brei verarbeitet. Durch Zugabe von Hefe setzt die Gärung ein. Die vergorene Maische wird gepresst und man erhält „Gurkenwein“, der anschließend zu Essig vergoren, gelagert und gefiltert wird. Im Herbst ist das Produkt fertig und erhältlich. Übrigens ist die Manufaktur Müller gerade damit beschäftigt, am Bad St. Leonharder Hauptplatz eine neue Produktionsstätte samt Schauproduktion einzurichten. Die Eröffnung ist für Oktober geplant.

Die Familienbetriebe Lenzbauer, Manufaktur Müller und Honigatelier Vallant-Friesacher sorgen mit Produktinnovationen für neue Impulse

Aus Lavanttaler Feldgurken entsteht in der Produktionsstätte der Familie Müller feinster Essig

Die Lavanttaler Winzer erwarten heuer nach zwei mageren Jahren wieder eine üppige Ausbeute

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