10.960.042,09 Euro wurden im Jahr 2016 durch den kostenlosen Rechtsschutz der AK Kärnten in Wolfsberg erkämpft. 884 Fälle wurden in Summe vertreten.

Die Zahlen beinhalten Interventionen, Klagen und Vertretungen nach Firmeninsolvenzen und untergliedern sich wie folgt: 346 Interventionen bei Firmen (156.712,39 Euro), 91 Klagen vor dem Arbeits- und Sozialgericht (341.904,70 Euro) und 447 Insolvenzen (10,46 mio. Euro). „Das bedeutet, dass die AK-Rechtsexperten im Bezirk Wolfsberg 346 Mal bei Firmen intervenieren mussten, wobei 91 Mal keine Einigung mit dem Unternehmen erzielt werden konnte und der Klagsweg beschritten wurde“, klärt AK-Bezirksstellenleiter Jürgen Jöbstl auf. „Hinzu kommen 447 Arbeitnehmer, für die der Insolvenzschutzverband für Arbeitnehmerinnen offene Forderungen beim Insolvenz-Entgelt-Fonds angemeldet hat. Der hohe Betrag von 10,56 mio. Euro ergibt sich aus den großen Insolvenzen im Jahr 2016.“

Kündigung im Krankenstand
Die häufigsten Fälle im Arbeitsrecht (also unter Ausschluss der Insolvenzen) in Wolfsberg konnten 2016 in den Bereichen Arbeitskräfteüberlassung, Hotel- und Gastgewerbe sowie im Pflegebereich verzeichnet werden. Bei den Interventionen und Klagen ging es hauptsächlich um nichtbezahlte Löhne, Überstunden, Zulagen und Falscheinstufungen. Beratungstermine im Arbeitsrecht hatten überwiegend Abrechnungskontrollen sowie Fragen zu Karenz- und Kinderbetreuungsgeld sowie Fragen zur Arbeitszeit bzw. zur Auflösung von Arbeitsverhältnissen zum Thema. Auffällig ist insbesondere, dass es sehr viele Kündigungen im Krankenstand gegeben hat bzw. der Arbeitgeber dem krankgeschriebenen Dienstnehmer eine einvernehmliche Auflösung angeboten hat. Damit sind wir in der Beratung wöchentlich konfrontiert“, so Jöbstl.

Kärntenweite Zahlen
Der kostenlose Rechtsschutz der AK Kärnten hat 2016 77.804 Anfragen in arbeits- und sozialrechtlichen Angelegenheiten bearbeitet. Es konnten 26.11 Millionen Euro für Betroffene erkämpft werden. 808 Mal musste in arbeitsrechtlichen und 919 Mal in sozialrechtlichen Angelegenheiten der Klagsweg beschritten werden, was 7,9 mio. Euro für Betroffene zurückholte. Den größten Posten stellte auch Kärntenweit die Vertretung von 1.334 Personen im Falle von Insolvenzen dar. Hier konnten 16,5 mio. Euro für die Insolvenzopfer erkämpft werden.

© Helge Bauer