Konsensgruppe gescheitert: Carnica bleibt die einzige erlaubte Bienenrasse in Kärnten. Die Folge: Hybridbienen müssen wohl getötet werden.

Die Konsensgespräch sind gescheitert, dies verlautbarte der zuständige Landesrat Martin Gruber heute im Rahmen einer Pressekonferenz. Anlässlich der Novellierung des Bienenwirtschaftsgesetzes war bis vor kurzem von einer Einigung des Landesverbandes für Bienenenzucht und des Landesverbandes für zukunfts- und erwerbsorientierte Imkerei die Rede. Dies löst sich nun in Rauch auf: Neun von zehn Bezirksverbänden – alle bis auf das Lavanttal – haben sich gegen die Freizonen für die Lavanttaler Hybridbienen ausgesprochen. „Meine Prämisse war: Wenn sich beide Imkereiverbände beim Thema Freizonen einigen, in ich als zuständiger Referent bereit, die dafür notwendigen Rahmenbedingungen zu schaffen. Die Chance auf diese Einigung gibt es angesichts der deutlichen Rückmeldung nicht mehr.“ Die Konsequenz: Es wird keine Freizonen geben.

Tötung Hybridbienen
Das bestehende Gesetz, das ausschließlich die Haltung der Carnica-Rasse erlaubt, ist laut Gruber zu vollziehen. Wer jetzt noch mit Hybridbienen arbeitet, müsse diese wohl töten. „Wir sind an das Gesetz gebunden“, so Gruber. Betroffen sind mindestens 200 Imker im Lavanttal. Gruber kritisierte die fehlende Sachlichkeit in den Diskussionen der letzten Wochen: „Viele legen einen erschreckenden Stil an den Tag. Der Schutz der Bienen wurde aus den Augen verloren.“

Existenzen gefährdet
Franz Offner, Obmann der Erwerbsimker, ist nicht erfreut: „Damit gefährdet man Existenzen. Wenn die Freizonen nicht kommen, ist die komplette Gesetzesnovellierung umsonst.“ Für die Lavanttaler Imker bedeute das eine Verschlechterung in allen Bereichen: „Wir werden aber weiterkämpfen wie gehabt.“ Pius Zarfl, Bezirksobmann der Imker im Lavanttal, hat seine eigene Erklärung für das Scheitern der Gespräche: „Der Druck kam hauptsächlich aus dem Bezirk Völkermarkt. Die dortigen Imker haben die anderen Bezirke gegen uns aufgehetzt. Es wurde mit falschen Tatsachen an die Öffentlichkeit gegangen, meist ohne Stellungnahme von uns Lavanttaler Imkern. Für uns ist das eine reine Katastrophe.“

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