Vier Varianten für neue Kläranlage sind geplant. Zwischen 45 und 125 Millionen wird die neue Kläranlage kosten: In spätestens fünf Jahren wird sie in Betrieb genommen. Standortfrage und Variante noch nicht „geklärt“.

Bereits Ende dieses Jahres soll entschieden werden, wie Klagenfurts neue Schmutzwasserbaufbereitungsanlage aussehen wird – und vor allem wo sie hingebaut wird. Fest steht: Die alte Anlage wird erst abgeschaltet, wenn die neue in Betrieb geht. Platz wäre am Kläranlagenareal. Hier ist die Stadt in Besitz von ausreichend Grund. Derzeit steht die Anlage immer wieder in Kritik. „Wenn es Starkregen gibt, laufen Regenbecken auch in anderen Kläranlagen über“, sagt Entsorgungsreferent Wolfgang Germ.

Fünf Million Euro jedes Jahr
Dass es bei der neuen Kläranlage auch zu einem Überlaufen der Regenbecken kommen wird, will Germ nicht ausschließen. Fest steht jedoch, dass in den nächsten Jahren eine neue Anlage kommen muss. Derzeit sind die Betriebskosten enorm hoch. Ein Grund dafür sind Pumparbeiten. „Die gesamte Anlage befindet sich nämlich in einem Bereich, in dem das Grundwasser sehr hoch steigt. Kommt es zu einem Anstieg des Grundwasserpegels, hebt das Grundwasser die gesamten Becken in die Höhe, bis zu 30 Zentimeter können das sein“, sagt Germ. Das Abpumpen verschlingt Unsummen. Die Betriebskosten für belaufen sich auf fünf Millionen Euro im Jahr.

Vorbereitungen laufen
Derzeit diskutieren Experten die vier möglichen Varianten für die neue Anlage. Da noch keine Variante fixiert ist, kann zu den Kosten nur eine grobe Schätzung gemacht werden: Zwischen 45 und 125 Millionen wird die neue Anlage kosten. Apropos Kosten: 70 Prozent wird die Stadt, die restlichen 30 Prozent werden die elf Gemeinden, die auch die Kläranlage nutzen, aufbringen müssen. Zusätzliches Geld soll von Land und Bund lukriert werden. Im April werden bei einem Treffen aller Gemeinden und Vertreter des Wasserverbandes-Wörthersee-Ost die ersten Schritte beschlossen. Derzeit ist die Aufbereitung für eine Kapazität von 300.000 Menschen ausgerichtet – in Zukunft soll die Kapazität auf 350.000 raufgeschraubt werden.

Für und Wider
Vier Varianten werden im Zuge einer Machbarkeitsstudie diskutiert: Bei Variante I wird die bestehende Anlage saniert. Diese Variante ist zwar die günstigste, die hohen Betriebskosten durch das Abpumpen bleiben jedoch. Die zweite Variante ist ein Neubau auf dem Gelände der bestehenden Anlage. Dafür ist genügend Fläche vorhanden, da sich die Stadt ein Areal von 24 Hektar vor 50 Jahren gesichert hat. Bei der dritten Variante wird ein Neubau an der Gurk in Erwähung gezogen. Hier ist mit Herausforderungen bezüglich der Grundstücksfrage und UVP (Anm. d. Red.: Umweltverträglichkeitsprüfung) sowie Einsprüchen von Bürgern zu rechnen. Die vierte Variante scheint unwahrscheinlich und ist unlogisch: Dabei soll der aktuelle Standort saniert oder ein Neubau errichtet werden. Die gesäuberten Abwässer sollen dann über eine neue Rohrleitung in die Gurk geleitet werden.

Fakten zur Kläranlage Klagenfurt
320 Pumpstationen bringen Schmutzwasser aus Klagenfurt und elf Gemeinden zur Aufbereitung. 14 Milliarden Liter Wasser werden jedes Jahr gereinigt. Etwa 100.000 Kilogramm Bakterien reinigen im Belebungsbecken das Abwasser. 24 Mitarbeiter sind hier angestellt. Die Anlage ist 24 Stunden an 365 Tagen im Jahr in Betrieb. Bis zu 12.000 Liter Zulauf werden von der Anlage bewältigt.

 

Foto oben: Kläranlagen-Leiter Gerhard Hohl: „Rund 90 Prozent des Energiebedarfs decken wir mit Biogas aus Eigenproduktion“
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SR Wolfgang Germ: „Meiner Meinung nach sollte ein Neubau forciert werden“

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An der Stelle wo jetzt die Erdhügel stehen, wird mit größter Wahrscheinlichkeit die neue Anlage gebaut

Seit 15 Jahren ist Montage-Arbeiter Adolf Kollinger mit der Kläranlagen-Partie

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