Die Arbeiten zur Sanierung des Gailkraftwerkes Schütt sind im Gange. Rund 40 Fachkräfte arbeiten derzeit auf der Baustelle, der Gail-Wasserstand ist durch den Bau derzeit höher als gewohnt.

Die Kelag investiert rund 25 Millionen Euro in die teilweise mehr als 100 Jahre alte Anlage. „Wir sind mit den Arbeiten im Zeitplan, im März 2019 planen wir den Probebetrieb des sanierten und teilweise erneuerten Kraftwerkes“, sagt Kelag-Vorstand Manfred Freitag. „Die Restarbeiten werden bis zum Sommer 2019 dauern. Die Sanierung und Erneuerung dieses Kraftwerkes ist aktuell unsere größte Investition im Erzeugungsbereich.“ Im Krafthaus Schütt 2 wurde der 55 Jahre alte Maschinensatz ausgebaut. „Das alte Laufrad lagert noch auf dem Montageplatz. Der alte Generator ist ausgebaut, der neue Generator wird im Jänner 2019 installiert“, erläutert Christian Rupp, Leiter Erzeugung/Technische Services der Kelag. „Zusätzlich bringen wir die Schaltanlage, die Automatik und die Leittechnik auf den aktuellen Stand der Technik.“ Im Februar 2019 beginnt die Inbetriebsetzung des Kraftwerkes. „Bis in den Herbst 2018 hinein wird es vermehrt Transporte durch die benachbarten Ortschaften geben, dafür ersuchen wir die Anrainer um Verständnis“, sagt Rupp.

Oberwasserkanal. Der Oberwasserskanal des Kraftwerkes Schütt ist derzeit leer. „Im Bereich des Kraftwerkes Schütt 1 haben wir bereits begonnen, den Oberwasserkanal mit Kunststoffdichtungsbahnen auszukleiden“, sagt Projektleiter Peter Macher. „So wird der Oberwasserkanal absolut dicht, außerdem verringern wir die Rauigkeit und verbessern das Fließen des Wassers. Beim älteren Abschnitt unterhalb der Wehranlage arbeiten wir daran, mit Injektionen den Untergrund zu verfestigen. In diesem Abschnitt werden die Kunststoffdichtungsbahnen später ausgelegt.“ Bis Ende 2018 will die Kelag die Arbeiten am Oberwasserkanal abschließen. Aufsehenerregend sind derzeit die Bauarbeiten bei der mehr als 100 Jahre alten Wehranlage. Die Gail fließt durch die nöšrdliche HäŠlfte der Wehranlage in ihr altes Flussbett, an den sŸüdlichen Feldern der Wehranlage wird intensiv gearbeitet. „Einige Pfeiler der alten Wehranlage sind in einem guten baulichen Zustand, sodass wir sie sanieren kšönnen, einige mŸüssen wir erneuern“, erklärt Peter Macher. Bei drei der vier Wehrfelder sind die Wehrtafeln ausgebaut, alle Wehrtafeln werden erneuert. „Ende August/Anfang September wollen wir zwei der neuen Wehrtafeln einbauen, danach können wir die Gail ‚umlegen‘, sodass sie durch die erneuerten, südlichen Wehrfelder fließt. Dann können wir am nördlichen Teil der Wehranlage weiterarbeiten.“

Fischschnecke. Im Oktober beginnen die Arbeiten für den Bau des Fischaufstieges bei der Wehranlage Schütt – in Form einer Fischschnecke. „Die bestehende Fischtreppe ist für den Leitfisch Huchen zu klein, deswegen errichten wir einen neuen Fischaufstieg“, erläutert Christian Rupp. Mit der Fischschnecke ist es neben dem Fischaufstieg zusätzlich möglich, die Fließenergie des Wassers für die Stromerzeugung zu nutzen. Damit setzt die Kelag eine technisch-ökologische Innovation.

Auswirkungen auf die Umgebung. Die Arbeiten beim Kraftwerk Schütt haben Auswirkungen auf Anrainer und Erholungssuchende sowie auf die Natur und Umwelt. Die Arbeiten werden von einer ökologischen Bauaufsicht begleitet. Durch den freien Durchfluss ist der Wasserstand in der Gail unterhalb der Wehranlage derzeit höher als gewohnt. Außerdem kann die Wehranlage derzeit nicht überquert werden, Spaziergänger und Wanderer müssen über die Nepomukbrücke ausweichen. Nach Abschluss der Arbeiten im März 2019 wird das Kraftwerk Schütt über eine Leistung von 12,5 MW verfügen und rund 62 Mio. kWh Strom erzeugen, das entspricht dem Jahresbedarf von rund 17.000 Haushalten. Das Gailkraftwerk Schütt ist das größte Laufkraftwerk der Kelag.

 

© Foto: KK