Weihnachten – das Fest der Einsamkeit? Für viele Menschen leider Realität. Bischofsvikar Gerfried Sitar und der Kaplan Krzysztof Kranicki zeigen Alternativen auf.

Die meisten von uns sehen ein Weihnachtsfest im Kreis der Familie als selbstverständlich an. Doch verschiedene Umfragen gehen davon aus, dass 20 Prozent der Menschen Weihnachten alleine feiern – leider nicht immer freiwillig. „Es ist schwierig, an diese Leute heranzukommen“, erklärt der St. Andräer Bischofsvikar Gerfried Sitar. In St. Andrä heißt man heuer am 24. Dezember um 10 Uhr bei einer Weihnachtsfeier mit anschließendem Beisammensein im Haus Elisabeth alle Interesierten willkommen. Auch bei der Familienweihnacht um 16 Uhr in der Basilika mit anschließender Begegnungsfeier sowie bei der Christmette in der Domkirche um 22 Uhr sind alle herzlich eingeladen. 14-tägig findet im Probsthof die Veranstaltung „ Mitten im Leben“ für ältere Menschen statt. Einstieg jederzeit möglich. Nächster Termin: 21. Dezember, 15.30 Uhr.

Integration das ganze Jahr
Doch das ist für Sitar noch zu wenig: „Ein Mensch, der zu Weihnachten einsam ist, ist dies in den meisten Fällen auch das restliche Jahr über.“ Darum plädiert die Pfarre St. Andrä für eine Einbindung der Menschen über das ganze Jahr hinweg. „Die beste Integration ist, sich selbst einzubringen. Alle Pfarren verstehen sich als offene Häuser und sind dafür da, in solchen Fällen zu helfen.“ In St. Andrä bietet sich dafür z. B. die Besuchsgruppe an, die mit älteren Leuten Geburtstage feiert. Zusätzliche Angebote sind der Kirchenchor und die Pilgergruppe. Sitar: „Es gibt zahlreiche Möglichkeiten.“ Für das nächste Jahr wurde der St. Andräer Pfarrgemeinderat bereits mit der Durchführung einer Weihnachtsfeier für einsame Menschen beauftragt. Sitar: „Das Problem ist, Personal zu finden. Für freiwilliges Engagement wären wir sehr dankbar.“ Da die Zusammenarbeit mit der Pfarre Wolfsberg einwandfrei funktioniert, wäre die gemeinsame Durchführung einer solchen Veranstaltung denkbar.

Gemeinschaft in Wolfsberg
Dafür wäre auch Krzysztof Kranicki, Kaplan der Pfarre Wolfsberg, aufgeschlossen. „Wir wären da sicher dabei! Es ist die Aufgabe der Pfarre, den Menschen durch den Glauben Orientierung und Halt zu geben.“ Als Begegnungsort organisiert auch die Pfarre Wolfsberg eine Reihe von Veranstaltungen für alle Interessierten. Im Advent bieten sich beispielsweise die Roratenmessen mit anschließender gemeinsamer Agape in St. Jakob, St. Johann und Wolfsberg an. An ältere Mitbürger richtet sich der Seniorennachmittag am 14. Dezember um 14.30 Uhr im Markussaal. Weitere Termine sind das Adventsingen am 17.12. um 17 Uhr, das Morgengebet mit Frühstück am 23.12. um 7.30 Uhr und die Abendmesse in der am 25.12. um 19 Uhr mit Musikern der Stadt, beides in der Markuskirche. Zudem finden heuer sechs Christmessen statt. „In der Adventzeit gibt es bei uns jeden Tag Programmpunkte, zu denen wir alle einladen. Über das ganze Jahr hinweg veranstalten wir über hundert Events, um den Menschen Anschluss zugeben“, so Kranicki. Die genauen Termine finden Sie im Markusblatt oder unter www.pfarre-wolfsberg.at. Eine Besonderheit der Pfarre Wolfsberg sind die Krankenhausbesuche von Pfarrer Engelbert Hofer und Kaplan Kranicki am 24.12.

Bischofsvikar Gerfried Sitar und das Team der Pfarre St. Andrä helfen Betroffenen gerne weiter
Weihnachten ist für Einsame oft eine schwere Zeit. Viele sprechen nicht laut darüber. Doch es gibt Möglichkeiten zur Gemeinschaft

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