Aufgrund von 400 Sterbefällen jährlich und dem 50:50 Trend zur Feuerbestattung gibt es einen großen Mangel an Urnennischen. Zwei Bestattungsvarianten sind in Planung. Eine Friedhof-App und Bildschirme vor den Friedhofseingängen sind im Gespräch.

Die Stadtgemeinde St. Veit verfolgt bei der Urnenbestattung nun neue Wege, um dem Trend zur Feuerbestattung nachzukommen. Künftig wird die Urnenbestattung auf dem fünf Hektar großen Gelände des St. Veiter Friedhofs in zwei Varianten möglich sein.

Neues Urnennischenprojekt
Insgesamt zwei verschiedene Arten der Urnengrabstellen werden in St. Veit möglich werden. „Bei der ersten Variante werden sogenannte Urnen-Stehlen errichtet. Diese können dezentral auf aufgelassenen Gräbern modular errichtet werden“, so Rudi Egger, Referat Friedhof. „Bei der zweiten Variante werden aufgelassene Grabstellen für Urnengräber verwendet.“ Das ergibt Vorteile: Man hat die Möglichkeit der Urnengemeinschaftsgräber mit attraktiven und gravierbaren Steinplatten. Diese bieten Platz für bis zu vier Urnen. Vor allem sind diese Grabstellen für Personen, die die die Gräber nicht regelmäßig pflegen können, zu empfehlen. Sie haben keinen Pflegeaufwand mit Pflanzen oder ähnlichem. „Vor allem arbeiten wir ressourcenschonend. Denn die bestehenden freien Grünflächen werden nicht angetastet, sondern freie Grabflächen inmitten des Friedhofes genutzt“, so Egger. Diese Variante wird favorisiert, da die bestehenden Freiräume bestmöglich genutzt werden sollten.

Friedhofs-App
Auch eine App, die mit GPS durch den Friedhof führt, ist im Gespräch. „Auf dem fünf Hektar großen Friedhof ist es oft nicht so einfach für Personen, die die Gräber nicht regelmäßig besuchen, sich zurechtzufinden. Mit einer App und GPS wäre das um einiges leichter“, so Egger. Die Technik macht auch vor dem Tod nicht Halt.

Trend zu Feuerbestattung
„Ein Platzproblem ist bei der klassischen Erdbestattung nicht gegeben, da es genug aufgelassene Gräber im bestehenden Friedhof gibt, genauer gesagt 200 Grabstellen“, so Grünanger. Der Trend geht eindeutig in Richtung der Feuerbestattung mit mittlerweile 50:50 (Erdbestattung : Feuerbestattung). Jedes Jahr gibt es 80 Urnenbeisetzungen am St. Veiter Friedhof. „Rund 50 Prozent davon werden derzeit in der bestehenden Urnenwand beigesetzt. Diese ist allerdings platzmäßig bereits bald ausgereizt“, so Grünanger.

400 Sterbefälle pro Jahr
Drei Mitarbeiter der Stadtgemeinde übernehmen die Pflege des Friedhofsgeländes sowie unterstützende Bestattungsleistungen für die Bestattung Kärnten GmbH mit Sitz direkt neben dem Friedhof, sie ist die zweitgrößte kärntenweit. Gebaut wurde das Gebäude vor sechs Jahren. Die Stadtgemeinde ist zuständig für das Öffnen und Schließen der Gräber, während die Mitarbeiter der Bestattung z.B. für den Transport der Leichname, die Partezettel und die Abwicklung mit den Hinterbliebenen zuständig sind. Derzeit gibt es 5.700 Gräber und 320 Urnennischen in St. Veit. Herbert Grünanger, Bestattung Kärnten, erklärt: „Das sind jedoch nur die Gräber und Nischen. Selbstverständlich sind es pro Grab und Nische weit mehr Verstorbene. Im Jahr versterben circa 400 Menschen in St. Veit, im Jahr 2016 gab es ein Rekordjahr.“ Zurückzuführen wäre das laut Rudi Egger, Referatsleiter des Friedhofs in St. Veit, auf die hohe Geburtenrate von vor ungefähr 70 Jahren.

Vizebgm. Rudi Egger und Herbert Grünanger, Bestattung Kärnten
Vorreservierte Grabstellen gibt es bei Urnennischen und Gräbern
Soldatenfriedhof in St. Veit

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