Die Ausbildung zum Friseur und Perückenmacher ist für viele junge Frauen wie auch Männer der Start in den Traumberuf schlechthin.

Zahlreiche bekannte Hairstylisten aus den Medien dienen mittlerweile als Vorbild und zeigen dem jungen Friseurnachwuchs, welche Möglichkeiten der Beruf mit sich bringt. Bis zum großen Erfolg ist es jedoch ein langer Weg, der nur mit einer fundierten Ausbildung zu erreichen ist. Das weiß auch Jasmin Kuttin, die ihre Lehre im September des vergangenen Jahres bei dem Friseursalon Camaur in Spittal, wo bereits rund 125 Lehrlinge ausgebildet wurden, startete.

Hineinschnuppern
„Ich wollte schon immer Friseurin werden. Beim Friseursalon Camaur bekam ich die Chance. Zuerst schnupperte ich dort ein paar Tage, um sicherzugehen, dass die Ausbildung das Richtige für mich ist, bevor ich dann als Friseurlehrling startete“, so Jasmin Kuttin, die zuvor am LFS Stiegerhof zur Schule ging. „Für uns sind diese Schnuppertage sehr wichtig. Hier können wir gleich beurteilen, ob der Bewerber bzw. die Bewerberin Kreativität mitbringt, ob die Anwärter gute Umgangsformen haben und wie sie sich gegenüber den Kunden verhalten“, erklärt Lehrlingsausbildnerin bei Camaur Sabrina Kandler.

Vorraussetzungen
Wer sich für die Ausbildung „Friseur und Perückenmacher“ entscheidet, der sollte ein Gespür für Trends und Ästhetik haben, kreativ sein, über handwerkliches Geschick verfügen, gerne kommunizieren und mit Menschen arbeiten sowie gute Noten in Deutsch und Mathematik mitbringen. „Für uns ist es nicht wichtig, Job der Bewerber eine Matura hat oder nicht. In erster Linie zählen Interesse und Engagement“, so Sabrina Kandler. Umgang mit Menschen. Die 16-Jährige begeistert an ihrer Ausbildung vor allem der Umgang mit Menschen sowie der abwechslungsreiche Berufsalltag. „Man muss sich auf jeden Kunden immer wieder neu einlassen und versuchen, sein Vertrauen zu erlangen. Das ist jedes Mal aufs Neue spannend und aufregend“. Der freundliche und einfühlsame Umgang mit Menschen ist ausgesprochen wichtig im Friseurberuf, wie die Verantwortliche der Lehrlingsausbildung erläutert: „Viele Kunden nutzen den Friseurberuf auch dazu, um sich ihre Sorgen von der Seele zu reden, weil sie vielleicht zuhause niemanden zum Reden haben. Hier ist Fingerspitzengefühl gefragt, aber auch positives Auftreten, um den Kunden aufzubauen und ihn im Anschluss mit einer tollen Frisur und einem positiven Lebensgefühl wieder zu verabschieden“.

Aufgaben
Die Ausbildung zum Friseur dauert insgesamt drei Jahre. Einmal pro Woche heißt es für Jasmin Kuttin Schulbank drücken in der Berufschule Spittal, wo sich die angehenden Friseure theoretisches Wissen aneignen und auch viel praktisch üben. Die Aufgaben von Friseuren sind sehr abwechslungsreich: „Friseure und Perückenmacher führen professionelle Haut- und Haarpflege durch. Letztere beinhaltet die Farbgebung, die Dauer-Umformung und die Erstellung und Gestaltung von Tages-, Abend- und Festfrisuren. Weitere Tätigkeiten sind Nagelpflege sowie die sogenannte „dekorative Kosmetik“, die hauptsächlich das Auftragen von Make-up und das Färben und Formen von Augenbrauen und Wimpern umfasst. Auch Bartpflege, die Anfertigung und Pflege von Haarersatz und der Verkauf von Haarpflegemitteln gehört zum Lehrberuf. In der Berufsschule wird zudem die Maskenbildnerei behandelt. Wer später allerdings in diesem Bereich arbeiten möchte, muss weitere Zusatzausbildungen absolvieren“, informiert Sabrina Kandler. Ein Beruf, der sich ständig verändert. Die Weiterbildungen für Friseure sind schier grenzenlos. Dies liegt auch daran, dass sich Techniken und Trends ständig weiterentwickeln. So werden die meisten auch nach ihrer Friseurausbildung noch in einem Friseursalon arbeiten oder sogar die Meisterprüfung anstreben, um einen eigenen Salon zu eröffnen. Mit diversen Weiterbildungen findet man auch vielseitige Stellen bei Theater, Film und Fernsehen.

Weitere Infos zu Lehrberufen und Möglichkeiten gibt’s auch auf: www.lehre.ktn.gv.at
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