Der junge Villacher Nico Ferlitsch ist der erste Kärntner in der Geschichte, der jemals eine Route mit dem Schwierigkeitsgrad 9a geklettert ist.

 

„Das macht mich natürlich sehr stolz. Dazu kommt, dass ich das schon mit meinen jungen 16 Jahren geschafft habe. Die Schwierigkeitsskala endet bei 9c, nur ein paar Menschen auf der Welt haben 9b drauf“, erzählt Nico Ferlitsch. Das zu beherrschen sei laut dem Villacher kein Zaubertrick. „Es bedeutet nur hartes Training und vor allem den Willen, so etwas zu schaffen. Ich trainiere sechsmal die Woche. Dabei muss man auch auf gewisse Sachen verzichten können. Und vielleicht gehört dazu auch ein bisschen Talent“, schmunzelt Nico. Die Route mit dem Schwierigkeitsgrad 9a befindet sich im Süden Sloweniens. Nico: „Das Klettergebiet heißt Misja Pec, ein geschätztes Ziel von Kletterern in ganz Europa. Die Route trägt den Namen „Martin Krpan“ und ist eine lange Höhlentraverse, die auf der ganzen Länge stark überhängend ist und extrem kleine Griffe und Tritte hat, auf denen nicht mal ansatzweise mein großer Zeh Platz hat.“ Die größte Herausforderung sei aber seine eigene Psyche gewesen.

Steinig. Am Felsen unterwegs ist der Schüler des BORG Hermagor seit 2009: „Da habe ich angefangen, Klettersteige zu gehen. 2010 habe ich mit dem Seilklettern begonnen.“ Am Klettern schätzt der 16-Jährige die extreme körperliche Herausforderung. Aber auch mental fordere der Sport sehr: Durch die vielen verschiedenen Griffe und Tritte sei das Gehirn gefordert, sich das alles zu merken. Nico: „Außerdem gefällt mir die Mentalität der Kletterer: immer freundlich, man hilft einander und man ist viel draußen.“ Zukunftspläne hat Nico einige: „Ich möchte auf der Schwierigkeitsskala noch weiter nach oben, mein persönliches Limit pushen. Mein Vorbild ist Adam Ondra, der einzige Kletterer der Welt, der eine 9c geklettert ist. Ich möchte so wie er mein Geld damit verdienen.“ Auch Nicos Familie steht voll hinter dem Sport. „Mein Papa ist mein „partner in crime“, mein Sicherungspartner und ohne seine Unterstützung wäre das alles gar nicht möglich. Meine Schwester macht Videos und Fotos und muss sich für gute Aufnahmen irgendwie die Wand hochkämpfen. Ich finde das richtig schön, so einen Rückhalt zu bekommen.“ Am liebsten trainiert Nico am Kanzianiberg, die „Fallobst-Wand“ gehört zu seinen Lieblingsplätzen.

Nico Ferlitsch

© Fotos: KK