Die Wildbach- und Lawinenverbauung überarbeitet die Gefahrenzonenpläne im Lavanttal. Bad St. Leonhard, Preitenegg und Wolfsberg sind bereits aktuell. Bauprojekte um 13 Millionen Euro.

Die Gefahrenzonenpläne der WLV machen sichtbar, welche Gebiete durch Muren, Hochwasser bzw. Überschwemmungen besonders gefährdet sind. Sie dienen in erster Linie dazu, die dort ansässigen Menschen davon in Kenntnis zu setzen, dass eine Gefährdung existiert. Eine Bebauung in der Gelben Gefahrenzone ist nur unter der Einhaltung von Auflagen möglich. Es handelt sich dabei um Schutzmaßnahmen, die ein Sachverständiger der Wildbach- und Lawinenverbauung im Zuge des Bauverfahrens vorschlägt bzw. vorschreibt. Die Rote Gefahrenzone hingegen ist dermaßen gefährdet, dass sie für eine Bebauung ungeeignet ist. Das es heute Gebäude gibt, die sich in der Roten Gefahrenzone befinden, liegt teilweise daran, dass die Gefahrenzonenplanung im Forstgesetz erst 1975 geregelt wurde.

Veränderungen möglich
Der Gefahrenzonenplan ist nicht in Stein gemeiselt und wird immer wieder auf den neuesten Stand gebracht. „Einerseits ist es möglich, dass sich die Situation in einem bestimmten Gebiet verbessert, beispielsweise durch unsere Verbauungsmaßnahmen“, erklärt Michael Botthof, Gebietsleiter der Wildbachverbauung in Kärnten Nordost. „Andererseits können sich Gefahrenzonen an den Randbereichen auch ausweiten, beispielsweise, wenn sich Veränderungen im Gelände ergeben. Man denke beispielsweise an destabilisierte Hänge oder Entwaldungen durch Stürme.“

Für jeden einsehbar
Die Gefahrenzonenpläne werden laufend überarbeitet, so Botthof. „Das dauert allerdings etwa ein Jahr pro Gemeinde“.  Bereits am neuesten Stand sind die Pläne für die Gemeinden Bad St. Leonhard, Preitenegg und Wolfsberg – und sie sind für jeden unter der URL https://gis.ktn.gv.at einsehbar. Für die Gemeinden Frantschach-St. Gertraud und Reichenfels liegen bereits Entwürfe am Tisch, die jedoch erst kommissionell überprüft und genehmigt werden müssen, ehe sie ebenfalls in den Kärnten Atlas eingespeist werden. Erst dann ist der Planungsprozess abgeschlossen. Die Gefahrenzonenpläne der Gemeinden, die weiter im Süden liegen, werden in den kommenden Jahren einer Revision unterzogen.

13 Millionen für Verbauung
Die Wildbach- und Lawinenverbauung ist permanent damit beschäftigt, Schutzbauten zu errichten. In den letzten Jahren investierte man im Bezirk Wolfsberg rund 13 Millionen Euro in Verbauungsprojekte entlang des Lammer Bachs und des Eitweger Bachs im Gemeindegebiet von St. Andrä und entlang des Prössingbachs/Edenbachs in Frantschach-St. Gertraud sowie an der Runse Pucher in Lavamünd. Seit zwei Jahren ist die Wildbachverbauung am Wisperndorferbach in der Gemeinde Bad St. Leonhard tätig. Erst unlängst konnten am Lammerbach (St. Andrä) und am Wisperndorferbach (Bad St. Leonhard) durch die Verbauungen der WLV schwere Überflutungen verhindert werden. Mit der Sperre am Ranningbach konnten Hochwasserschäden im Bereich von Wisperndorf abgewandt werden. Lediglich im Baustellenbereich, in dem die Wildbach derzeit mit der Umsetzung des Schutzprojektes für den Wisperndorferbach beschäftigt ist, sind lokale Schäden aufgetreten.

Durch dieses Hochwasserrückhaltebecken am Lammerbach konnten rund 40.000 m³ Wasser zurückgehalten werden
Michael Botthof, Gebietsleiter der Wildbachverbauung in Kärnten Nordost

So sieht das neue, hochwassersichere Bachbett des Wisperndorferbachs aus

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