Villachs Sozialreferentin Gerda Sandriesser im Gespräch über hilfsbedürftige Menschen und Obdachlosigkeit. Kältetelefon in Kooperation mit der Caritas, Samariterbund und Sozialarbeitern.

„In Villach sind aktuell vier Personen mit Obdachlosen-Adresse gemeldet, wobei alle wohnversorgt sind“, so Villachs Sozialreferentin Gerda Sandriesser im Gespräch. Grundsätzlich gäbe es drei verschiedene Arten von Obdachlosigkeit zu unterscheiden: „Die sogenannten Notreisenden (Bettler, Anm.), Menschen die sich beim Meldeamt oder dem Sozialreferat der Stadt als obdachlos melden und Menschen die unsere Hilfe nicht in Anspruch nehmen wollen“, erklärt die Vizebürgermeisterin. Selbst bei Delogierungen versuche man seitens der Stadt sofort mit Notunterkünften zu helfen. In Wohnungs- und Finanznot geratenen Personen hilft man, indem die Kaution vorgestreckt wird.
Sandriesser: „Dafür gibt es einen mehrheitlichen Beschluss im Gemeinderat.“ Die Kernaussag sei: „Jeder, der sich helfen lassen will, bekommt Hilfe. In Villach gibt es ein engmaschiges Sozialnetz: Von betreutem Wohnen für Kinder über die sozialpädagogische Jugendwohneinrichtung ‚Contraste‘, die Jugendnotschlafstelle Juno, die Arge Sozial, die Tabea-Lebenshilfe die Caritas, „pro mente“ und das Sozialreferat.“ Sandriesser weiter: „Wenn jemand aufgrund seines Alters nicht mehr in der Juno untergebracht werden kann und obdachlos ist oder aus anderen Gründen obdachlos wird, wird ihm vom Sozialreferat der Stadt Villach eine Notunterkunft zugewiesen.“

Kältetelefon
Auch heuer kooperiert die Stadt Villach mit dem Kältetelefon der Caritas Kärnten (Tel.: 0676/89 85 27 90 20). „Wenn man als Villacher Bürger Menschen sieht die offenbar obdachlos sind, kann man die Kältetelefon-Nummer wählen. Von der Caritas wird der Samariterbund Villach alarmiert, der sich um die betreffende Person kümmert.“ Liegt eine Gesundheitsgefährdung vor, wird die betreffende Situation ins Krankenhaus gebracht, ansonsten in eine Notunterkunft. Sandriesser: „Um eine entsprechende Versorgung zu gewährleisten, wird zudem ein Sozialarbeiter gestellt, der in der Unterkunft vorbeischaut.“

Tabea & Arge
Ebenso steht die Stadt Villach in engem Kontakt mit der Tabea-Lebenshilfe am Westbahnhof. Hier werden von Dienstag bis Sonntag Gratis-Mahlzeiten ausgegeben. Vorwürfe, die während einem DRAUSTÄDTER-Lokalaugenschein auftauchten, nachdem sich Betroffene wünschen würden, „der Bürgermeister möge einmal vorbeischauen, um sich ein Bild von der Lage zu machen“, entkräftet Sandriesser: „Günther Albel pflegt den Kontakt zu den Menschen vor Ort, kocht dort auch von Zeit zu Zeit.“ Ebenso Teil des Villacher Sozialnetzes ist die Arge Sozial. Von Dienstag bis Samstag werden hier Lebensmittel ausgegeben. Ein Anliegen Sandriessers: „Wenn jemand in Not gerät, soll er sich so früh wie möglich beim Sozialreferat der Stadt melden. Wir reagieren. Egal wer es ist und von wo er kommt.“