Die Vellachtaler Jägerschaft setzt sich in Bad Eisenkappel für Tradition und Brauchtum ein. Information zum Umgang mit Natur, Tieren und Forst werden bereits Kindern vermittelt.

Der Jäger ist nicht nur Naturnutzer, sondern ein spezieller Naturschützer und für einen Artenreichtum von Wild verantwortlich“, erklärt Hegeringleiter Johann Juritsch. Zu den Aufgaben gehören u.a. Regulierung des Wildstandes, im Sommer das Anlegen von Äßungsflächen, damit das Wild dort den Hunger stillt und nicht im Wald an den Forstkulturen, sowie Fütterung in Notzeiten, wie heuer bei hoher Schneelage. „Der Jäger versucht auch, sich mit den Freizeitnutzern zu verständigen, damit ein gutes Miteinander möglich ist und dem Wild Ruhezonen verbleiben“, so Juritsch. „Jagd, Forst und Naturschutz gehören zusammen.

Jagd-Tradition
Johann Juritsch, auch ausgebildeter Förster, ist einer der vier Hegeringleiter in der Jägerschaft des Vellachtales, die weiteren sind Daniel Pasterk, Johann Karnicar und Herbert Kogoj. „Die jagdliche Tradition wird im Vellachtal auf einer Fläche von ca. 19.000 ha von ca. 170 Jägerinnen und Jägern sehr hoch gehalten“, so Juritsch. Zur Pflege des Jagdbrauchtums gehören die Jägermesse zu Ehren des Schutzpatrons Hl. Hubertus beim Schloss Hagenegg sowie die Mai-Andacht vor dem Jägermarterl im Park des Kurhotels mit Dechant Leopold Zunder. Ein Jungjäger, der sein erstes Stück Wild erlegt hat, wird bei der Messe zum Jäger geschlagen. „Wir haben fast jährlich einen oder mehrere Jungjäger im Vellachtal“, ist Juritsch erfreut. Die Jagdprüfung – auch „Grüne Matura“ genannt – darf man mit Erlaubnis der Eltern mit 16 Jahren ablegen, sonst mit 18 Jahren.

Ausstellung
Bei der Hegeringversammlung und Hegeschau Ende Jänner im GH Kovač in Ebriach fand anlässlich des Jubiläums 750 Jahre Markterhebung Bad Eisenkappel eine Ausstellung von Präparaten der heimischen Niederwildarten und altertümlichen Jagd-utensilien statt. Schulen und Kindergärten wurden über den Sinn der Jagd, die Wildarten und deren Lebensweise sowie den Wald mit seinen Funktionen informiert. An den Tafeln mit den Trophäen von Hirsch, Gams, Mufflon und Reh des Jagdjahres konnten die Kinder die Hauptwildarten kennenlernen. Großer Anziehungspunkt waren die Präparate.

Schwerpunkt Jugend
Jäger besuchen regelmäßig das Bildungszentrum und den Kindergarten Bad Eisenkappel und machen mit den Kindern auch Exkursionen in die Natur – zu Jagdeinrichtungen, Tierspurensuche, zur Fischzuchtanlage, Bienenköniginnen Zuchtanstalt und in Naturschutzgebiete. „Schulleiter Heinrich Nečemer und die Kindergartenleiterin Josefine Petschnig sind von unserer Arbeit sehr angetan und bauen uns Jäger und Förster in ihren Jahreslehrplan ein“, freut sich Juritsch. Jedes Jahr im Frühling werden gemeinsam mit den Kindern auch die Nistkästen gesäubert und für die Vögel bereitgemacht.

Großes Foto oben: Die Veranstaltungen – hier die traditionelle Jägermesse – werden vom Jägerchor und den Jagdhornbläsern der Jägerrunde Bad Eisenkappel umrahmt. Jeder Sänger des 40 Jahre alten Traditionschores ist Mitglied der Jägerschaft
© Vellachtaler Jägerschaft

Geehrt wurden Valentin Miklau, Heinrich Nečemer, Gottfried Jenschertz und Kindergarten-Leiterin Josefine Petschnig im Beisein von Bgm. Franz Josef Smrtnik, Landesjägermeister-Stv. Sepp Monz und Bezirksjägermeister Franz Koschuttnigg

Der Kindergarten aus Zell bei der Ausstellung in der Trophäenecke mit Revierjäger Helmut Božič aus Trögern und Hegeringleiter Johann Juritsch
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