In Villach gebaut, soll der Prototyp der Sportwagenmarke Hispano-Suiza (der Storch ist das Wahrzeichen der Firma) im Frühjahr 2018 getestet werden. 

Es war ein Paukenschlag. Im Herbst dieses Jahres ging der Vorstandsvorsitzende der Hispano-Suiza AG, Erwin Himmel, erstmals mit Plänen an die Öffentlichkeit. Den KÄRNTNER REGIONALMEDIEN skizzierte er seine Vision rund um die von ihm aus dem Dornröschenschlaf geküsste Traditions-Automarke Hispano-Suiza.

Stand Manufaktur
Ein zentraler Punkt hierbei: Villach. Die Forschungs- und Entwicklungszentrale befindet sich bereits in der Draustadt. Die Arbeiten hierfür dauerten ein gutes Jahr. Nun soll die Manufaktur folgen. Erwin Himmel: „Eine Halle wurde bereits angemietet. Wir machen keinen Hehl daraus, in Villach einen idealen Standort für die Produktion unseres Sportwagens zu sehen. Allerdings fordern wir ein Bekenntnis seitens des Wirtschaftsstandortes.“ Konkret geht es um eine Förderung von 100.000 Euro, die von der Stadt in Aussicht gestellt wurde. Für Himmel, der zwischen 1980 und 1995 sämtliche Audi-Modelle entwickelte, mahlen die sprichwörtlichen Mühlen der Bürokratie allerdings zu langsam: „Die Förderung hätten wir bereits bei der Errichtung unserer Entwicklungszentrale gut gebrauchen können…“.

Förderung geplant
Die Stadt zeigt sich indes bemüht. Bürgermeister Günther Albel: „ Es ist uns selbstverständlich ein sehr großes Anliegen, dass sich innovative und leistungsstarke Betriebe in unserer Stadt ansiedeln, die auch neue Arbeitsplätze bringen und garantieren.“ Aktuell prüfe man Förderungsmöglichkeiten seitens der Wirtschaftsabteilung. Albel weiter: „Ich werde nach Vorliegen der Ergebnisse dem Stadtsenat im Jänner vorschlagen, das Unternehmen mit 100.000 Euro Fördergeldern zu unterstützen. Gleichzeitig erwarte ich mir natürlich eine Arbeitsplatz- und Standortgarantie.“

FH-Kärnten
Hispano-Suiza kooperiert mit mehreren Fachhochschul-Studiengängen. FH-Professor Christian Madritsch: „Für Studierende kann sich hier die Möglichkeit einer Bachelor- oder Masterarbeit ergeben. Auch Praktikumsplätze und Forschungsprojekte sind denkbar.“ Unmittelbare Anknüpfungspunkte für den FH-Standort Villach gibt es in den Bereichen Elektronik, Software und Kommunikationssysteme. Erwin Himmel: „In Villach lassen sich so, in kleinerem Rahmen, ähnliche Kooperationen verwirklichen, wie in den Automobilstädten München oder Graz. Praxis und Lehre gehören zusammen.“ Mitte Dezember konnten sich Studenten der Studiengänge Systems Design, Electrical Energy and Mobility Systems und Maschinenbau bereits ein Bild von der Arbeit in der Hispano-Suiza-Forschungszentrale machen.

Testfahrten Prototyp
Ebendort wird gerade am Prototyp gebaut. „Jetzt wird unsere Arbeit sichtbar. Der Prototyp ist Schritt Nummer eins“, erklärt Erwin Himmel. Der Prototyp soll Ende Feber, Anfang März 2018 seine ersten Testfahrten absolvieren. Rund 90 Prozent der verwendeten Technologien stammen aus Österreich.

©Kampitsch/Hispano Suiza