Parkplätze werden gezielt angesteuert, um Restmüll zu entsorgen. Auch entlang der Notrufsäulen sind unerlaubte Mistplätze. Wir haben Asfinag-Mitarbeiter bei der Raststation Rosegg getroffen.

Montag, 8 Uhr, Raststation Rosegg. Die Mitarbeiter der Asfinag sind seit 7 Uhr im Einsatz, um den Parkplatz vom Müll des Wochenendes zu befreien. Eine Sisyphos-Arbeit, denn die Sauberkeit des Platzes hält nicht lange an. „Es sind eigentlich genug Mistkübel vor Ort, trotzdem gibt es Überlegungen, die Zahl zu erhöhen. Nachdem wir immer dahinter sind, alles sauber zu halten, funktioniert es einigermaßen, aber der Müll-Andrang in der Saison ist wirklich extrem hoch“, erzählt Walter Prettner, seit mehr als 30 Jahren im Autobahnerhaltungsdienst tätig. Das Problem: „Sobald in der Klappe der Kübel Müll steckt, greift der Zweite schon nicht mehr hin und schmeißt den Müll vor die Tonne“, so Prettner. Auch machen sich einige Gäste der Raststation gar nicht erst die Mühe Müllkübel anzusteuern. In Sachen Müll hat Prettner entlang der Autobahn und auf Raststationen bereits so gut wie alles gefunden: „Es scheint ganz normal zu sein, den Sperrmüll auf Parkplätzen zu entsorgen: vom Fernseher über Kühlschränke bis hin zu Reifen. Vieles, für das man nicht einmal Entsorgungskosten zahlen müsste. Und trotzdem fahren die Leute lieber einen kilometerweiten Umweg, ist das Unwissenheit? Immer wieder wird auch Gras- und Heckenschnitt in Plastiksäcke verpackt in die Botanik geschmissen.“

Strafen
Müllsünder abzustrafen sei schwierig. „Es werden auch bei den Notrufsäulen Dinge weggeschmissen, die könnten auf die Autobahn geweht werden. Es gibt zwar Überwachungskameras, aus Datenschutzgründen dürfen die Daten aber nur bei schweren Vorfällen verwendet werden. Wilde Müllentsorgung gilt immer noch als Kavaliersdelikt“, so Prettner. So ist die Hemmschwelle stark gesunken. Statt in der berühmten „Nacht-und-Nebel-Aktion“ wird tagsüber „entsorgt“. Es seien aber vor allem nicht nur Touristen, welche die Gegend verunreinigen, sondern eher Einheimische. Prettner: „Ein Problem ist auch das Essen von Fast-Food-Ketten. Es wird im Auto gegessen, Scheibe auf, Müll raus – vor allem in den Auf- und Abfahrten.“

WC im Gebüsch
Neben dem Müll ein weiteres unappetitliches Problem: Viele Leute ziehen den Weg ins Gebüsch dem Weg auf das öffentliche Klo der Raststation vor. „50 Cent für die Benutzung ist vielen zu teuer. In Rosegg sind es teilweise abschüssige Hänge, welche die Leute lieber benutzen. Natürlich riecht es dann bald nicht mehr gut“, zeigt sich Prettner verständnislos. Eine Lösung für das Problem zu finden sei schwer. „Man kann nur an die Eigenverantwortung appellieren. Viele sind der Meinung, sie zahlen für die Straßenbenützung, also sollen wir auch etwas tun. Der Müll ist eigentlich nicht unsere Hauptaufgabe, aber mit immer größerem Arbeitsaufwand verbunden. Das Hauptgeschäft sind die Schneeräumung im Winter und die Straßenerhaltung.“

Fotos: ©KRM