Ein kleines Stück Schottland in Klagenfurt: Margot „Maggie“ Jeschofnig hat sich vor zwei Jahren mit dem „Dudelsack-Virus“ infiziert.

Eigentlich ist Michael Jeschofnig schuld daran, dass seine Schwester Margot der Faszination Dudelsack erlegen ist. „Mein Bruder ist der einzige Österreicher, der die Lehramtsprüfung am College of Piping in Glasgow absolviert hat. Er hat mich eindringlich davor gewarnt, dieses schwierige Instrument zu erlernen“, lacht Margot „Maggie“ Jeschofnig. Als die Klagenfurterin dann bei der Hochzeit ihres Bruders den Klang der Pipe (Anm. d. Red.: Dudelsack) bei der Trauung in der Kirche erlebte, war es um sie geschehen.

Technik und nochmals Technik
Auf der Hochzeit freundete sie sich mit einer Dudelsack-Spielerin aus der Schweiz an. Via Skype schaffte sie es, die ersten Töne diesem nicht ganz gewöhnlichen Instrument zu entlocken. Es folgten Workshops und Seminare in der Schweiz und Deutschland. Täglich nimmt sich die Physiotherapeutin eine heilige Auszeit, wo sie sich ausschließlich der Pipe zuwendet. „Gerade Technikübungen sind wichtig. Wenn es sein muss, mache ich meine Fingerübungen auf einem Kochlöffel“, lacht die zweifache Mutter. Bis zu zwei Stunden übt die Klagenfurterin täglich, denn sie will eine wahre Meisterin auf der Pipe werden. Bei mehreren Bewerben in der Schweiz und Deutschland hat sie ihr Können unter Beweis gestellt.

Perfekt adjustiert
Zu den Bewerben tritt die Klagenfurterin in entsprechender Kleidung an. Der Glengarry – eine Mütze – ist die passende Kopfbedeckung. Zum Kilt wird eine Gürteltasche getragen. Ein spezieller Glücksbringer darf bei den Bewerben nie fehlen. „Ich trage immer im Gedenken an meinen Vater Harry Jeschofnig eine seiner Krawatten“, sagt Jeschofnig. Die Klagenfurterin ist stolz, dass die Wände ihres Musikzimmers mehrere Auszeichnungen und Medaillen zieren.

Stimmige Diva
„Wenn man den Kopf voller Sorgen hat, ist es das Schönste, auf der Pipe zu spielen. Der Fokus liegt im Hier und Jetzt – die Pipe verzeiht kein Abschweifen. Sie ist eine wahre Diva, die ständig richtig gestimmt werden will“, erklärt Jeschofnig. Die Drones, das sind Holzteile, die den permanenten Oberton erzeugen, müssen millimetergenau gestimmt werden. Jeschofnig: „Es bedarf viel Konzentration und Gehör, um den perfekten Klang zu erreichen.“ Wer die Dudelsack-Spielerin kontaktieren will, erreicht sie per E-Mail unter maggiejeschofnig@yahoo.de.

Hier eine Hörprobe von Jeschofnigs Können

Margot Jeschofnig in voller Montur vor der Jury, die ihre Klang-Künste bewertet