Die „Stara Trta“ ist die älteste Rebe der Welt und stammt aus Slowenien. Im Lavanttal gibt es drei Ableger dieser Rebe, die mit Hans Gritsch, Pater Siegfried Stattmann und Erwin Gartner sogar eigene „Pfleger“ haben.

Sie hat über 400 Jahre auf dem Buckel und steht im Buch der Rekorde! Die Rede ist von der „Stara Trta“ – dem „alten Weinstock“. Sie ist die älteste, alljährlich austreibende Weinrebe der Welt und wächst im Stadtviertel Lent in Marburg. Die Rebe ist von so hoher symbolischer und geschichtlicher Bedeutung, dass Ableger der „Stara Trta“ nur an ausgewählte Weinbaugebiete vergeben werden, die eine besondere Verbindung zur Stadt Marburg aufweisen. Das Lavanttal nimmt eine Sonderstellung ein, denn bei uns kommt die Rekordrebe an drei Orten vor: in St. Andrä, Wolfsberg und St. Paul. Dahinter steht die Europäische Weinritterschaft, Komturei Lavant. Aufgrund der guten Beziehungen zu den Winzern im Nachbarland gelang es, die Rebe ins Lavanttal zu holen. Damit es ihr hier an nichts mangelt, wurden drei „Hüter“ eingesetzt. Sie sorgen dafür, dass die Reben gut gedeihen können.

Erster Wein 2018
St. Andrä war die erste Lavanttaler Gemeinde, die diese Rebe der Sorte „Blauer Kölner“ 2013 erhielt. Ihre Pflege hat der St. Andräer Weinbauer Erwin Gartner über. Ihm schwebt vor, aus den Trauben der „Stara Trta“-Ableger bereits im nächsten Jahr eine kleine Menge exklusiven Weins herzustellen. Wie dieser schmecken wird? Auf jeden Fall anders, als wir es von heutigen Sorten gewohnt sind. Denn: im 18. Jahrhundert galten andere Qualitätskriterien. „Wein war damals ein Alltagsgetränk wie heute Wasser. Man legte vor allem Wert auf Frische. Kategorien wie Sortencharakter, Reife und Aroma setzten sich erst im 19. Jahrhundert von Frankreich aus durch.“

Gemeinsame Geschichte
In St. Paul ist Stiftsprior Siegfried Stattmann nicht nur der Hüter der Rebe, sondern auch der Initiator hinter dem Prozess der Verleihung. Er erläutert die Verbindung zwischen St. Paul und Marburg: „Mit der Gründung des Stiftes St. Paul 1091 erhielten wir von den Spanheimern weitläufige Besitzungen bis nach Marburg, die wir zwar mit Kriegsbeginn 1938 verloren, aber in den 1990er-Jahren wieder zurück bekamen. Heute betreiben wir dort wieder Weinbau.“ Weil die Gründung der Stadt Marburg und der Bau der Stiftskirche in dieselbe Epoche fallen (um 1160), gratulierte Pater Siegfried dem Marburger Gemeinderat. Dieser leitete daraufhin die Schenkung eines Ablegers der „Stara trat“ in die Wege.

Haus der Region
Die „jüngste älteste“ Rebe wächst in Wolfsberg direkt vor dem Haus der Region, wo der Weinbauer Hans Gritsch (Lenzbauer) seit der Pflanzung im Herbst 2016 nach dem Rechten sieht. „Der Rebe geht es den Umständen entsprechend gut“, sagt Gritsch und bezieht sich dabei auf den nicht ganz so optimalen Schotterboden, mit dem die Pflanze an der Stelle vorlieb nehmen muss. In sechs bis sieben Jahren soll das edle Gewächs bereits die Fassade des Hauses der Region bedecken. „Besonders Michael Verdnik von den Wolfsberger Stadtwerken hat sich sehr bemüht, den Platz dieser Rebe ansprechend zu gestalten“, sagt der Winzer.

„Als alte europäische Sorte ist die „Stara Trta“ empfindlich gegenüber amerikanischen Pilzkrankheiten“, sagt Erwin Gartner, Winzer

Stiftsprior Pater Siegfried Stattmann ist stolz auf die „Stara Trta“

Die älteste Weinrebe der Welt wächst in Maribor am linken Ufer der Drau – und kommt auch in Lavanttal vor

© KRM (großes Bild, Bilder 2-3), © Janezdrilc (Bild 4)