Heiße Themen: die neue Parkraumbewirtschaftung der Stadt St. Veit, die Leerstände und die kommenden Poller. Der ST. VEITER sprach mit Bürgermeister Gerhard Mock, der St. Veiter Unternehmerfamilie Sabitzer und Reinfried Bein von der WK St. Veit.

„Während man in den EKZ’s Interspar und Lastenstraße die Gratisparkplätze als größten Kundenbelebungsfaktor für sich bucht, werden den Innenstadtunternehmern immer wieder neue Hindernisse in den Weg gestellt. Neuerdings eben die Aufhebung des einstündigen Gratisparkens und die Installation der Verkehrspoller“, so Reinfried Bein, WK St. Veit. Die St. Veiter Unternehmerfamilie Sabitzer sagt klar: „Eigentlich setzen die Poller nur ein seit Jahren bestehendes Gesetz um. Eine Fußgängerzone war die Innenstadt schon immer.“ Auch Mock verweist auf das Gesetz der Fußgängerzone.

Verhärtete Fronten.
Bein kritisiert die neue Regelung stark: „Wenn die Stadt nur mit einer geringfügigen Steigerung der Einnahmen rechnet, wozu dann das Ganze? Nur wegen des Missbrauchs der Gratisparktickets? Das ist eine mehr als unsinnige und lächerliche Erklärung! Und als „Ausgleich“ die Gratisparkplätze am Drauland-Areal anzubieten, welche 15 Minuten Fußmarsch von der Innenstadt entfernt sind, gehört in die Kategorie „Faschingswitz“! Außerdem, wie schaut es mit älteren Menschen oder gar Gehbehinderten aus, die zu einem der Ärzte oder zur Apotheke müssen?“ Die Stadtgemeinde kontert und weist auf Ausnahmen bei den Pollern in Bezug auf Mieter, Gehbehinderte und Notfälle hin. Außerdem sei man sowieso noch immer eine der günstigsten Städte. Es gibt kein einziges Beispiel in Österreich oder auch im Ausland, das von „Umsatz- und Frequenzbelebung“ durch solche wirtschaftsfeindlichen Maßnahmen zeugen kann!“, so Bein. „Kein Wunder also, wenn die Innenstadt immer mehr Leerstände aufzuweisen hat.“

Schließung kidStore.
Die beiden Unternehmer Martin und Thomas Sabitzer gaben vor kurzem die kommende Schließung ihres kidStores bekannt. „Natürlich möchten wir unseren Kunden weiterhin das Service bieten, allerdings mussten wir einen Umsatzeinbruch von 50 Prozent bei Mode feststellen, seitdem H&M auf den Unteren Platz gezogen ist. Diese Modekette kann durch die großen Einkäufe einen besseren Preis anbieten, als es wir können“, sind sich die Brüder einig. „Mit H&M kam ein lang ersehnter Frequenzbringer in die Innenstadt, der auch einen Leerstand füllte. Nachdem Müller folgen wird, vermuten wir auch einen Umsatzeinbruch beim Spielzeug. Derzeit können wir noch ohne Verluste aussteigen, deshalb haben wir uns nun zu diesem Schritt entschieden.“ Vor allem ein sauberer Abschluss mit dem Mitarbeiterteam, das leider nicht übernommen werden kann, war den Sabitzers wichtig.

WK ist lösungsorientiert.
Bein: „Die Ursachen sind bekannt, nur man ist bis heute nicht bereit, sich gemeinsam mit allen Beteiligten an einen Tisch zu setzen und über Lösungen zu diskutieren und diese dann auch umzusetzen.“ Die WK St. Veit hat sich nach eigener Aussage mehrmals dafür angeboten.

Reinfried Bein, Wirtschaftskammer St. Veit
Das Team kidStore besteht auf eine saubere Geschäftsschließung

Hauptbild © Stadt St. Veit, Portrait WK © LIM Bein/144 Friseure, Foto Team kidStore © KRM