Sie sind da, wenn das Leben zu Ende geht. Ehrenamtliche Hospizhelfer wie Ursula Hartmann aus Sattendorf begleiten Menschen auf dem letzten Lebensweg.

Irgendwann ist der Zeitpunkt gekommen, Abschied zu nehmen. Entweder von geliebten Menschen oder man steht selbst vor seinem Lebensende. Aufgrund des demographischen Wandels wird die Begleitung in der letzten Lebensphase immer wichtiger. Pflege ist das eine Thema, der Beistand für die Seele das andere. Hier beginnt die Arbeit der ehrenamtlichen Hospizbegleiter. „Wir haben 120 Mitarbeiter in Kärnten, im Raum Villach sind es 26. Der Bedarf ist viel größer“, erklärt Eva-Maria Wernig, Leiterin Mobiles Hospiz Caritas. Neben der Caritas bilden die Diakonie und das Rote Kreuz Hospizbegleiter aus.

Hospizhelfer gesucht
Eine dieser 120 Mitarbeiter der Caritas ist Ursula Hartmann aus Sattendorf. „Ich mache die Arbeit seit sieben Jahren. Nach einem Aufruf, dass Ehrenamtliche gebraucht werden, habe ich mich gemeldet“, erzählt Hartmann. „Ich hatte eine Tante, die 101 Jahre alt wurde und im Pflegeheim war. Die Pflege war super, aber es war kein Mensch da, der sich mit den Leuten befasste.“ Ihre schwierige Arbeit empfindet Hartmann trotz tragischer Schicksale auch als beglückend. „Es geht teilweise sehr ans Eingemachte, aber man bekommt auch viel zurück von den Leuten, wenn mir etwa jemand ein Lächeln schenkt.“ Wichtig ist das Abschalten. „Ich konzentriere mich bei meinen Besuchen voll auf diese Menschen. Aber wenn ich wieder gehe, ist das weg. Man muss auch auf seine eigene Seele achten.“ Über ihre Erlebnisse spricht Hartmann mit ihrem Mann oder einer Freundin, welche ebenso als Hospizbegleiterin arbeitet. Seitens der Caritas werden für die Helfer regelmäßige Treffen und Supervisionen angeboten.

Ausbildung
Bei der Caritas findet ein- bis zweimal im Jahr die Hospizausbildung statt. Derzeit ist Wernig mehr mit der Organisation beschäftigt. Doch auch sie hat bereits einige Menschen in ihren letzten Jahren oder Wochen begleitet. „Die Arbeit ist nicht nur traurig. Man bekommt eine ganz andere Form der Zufriedenheit zurück. Es geht darum, nicht empfindungsmüde zu werden, aber natürlich lernt man mit der Zeit damit umzugehen. Es ist jedoch schon ein Unterschied, ob ein alter Mensch stirbt oder eine junge Mutter von zwei Kindern.“ Was ist die Aufgabe von Hospizhelfern? „Im Vordergrund steht die Kommunikation oder einfach nur noch da sein, die Hand halten.“ Außerdem sind die Helfer auch oft Brückenbauer zu Angehörigen. Auch für ihr eigenes Leben nimmt Wernig viel aus ihrer Arbeit mit: „Natürlich reflektiert man sein eigenes Leben. Im Vergleich zu manchen Schicksalen relativiert sich vieles, man wird sehr demütig und dankbar.“

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