2019 startet in Warmbad ein Großprojekt. Nötig geworden ist der ausgeweitete Hochwasserschutz aufgrund der immer häufiger werdenden Wetterkapriolen. 

Die Gegend rund um den Warmen Bach bzw. „Maibachl“ gehört zu den beliebtesten Naturjuwelen rund um Villach. Genau hier ist für 2019 ein Großprojekt geplant: Hochwasserschutz lautet das Thema. Nötig geworden sind die Maßnahmen aufgrund immer häufiger werdenden Wetterkapriolen. Die Investition wird sich auf rund eine Million Euro belaufen, damit der Warme Bach nicht hochkarätige touristische Infrastrukturanlagen, etwa die KärntenTherme oder Wanderwege, beschädigt. „Nicht nur die Villacher Stadtteile an der Drau sind im neu erstellten Gefahrenzonenplan berücksichtigt. Auch für Warmbad ist es erforderlich, den Hochwasserschutz neu zu bewerten und auszuweiten“, erklärt Bürgermeister Günther Albel. „Wetterkapriolen, die wir dem Klimawandel verdanken, sind immer häufiger ein echtes Problem. Das Thema des hundertjährlichen Hochwassers ist absolut ernst zu nehmen.“

Ein Kilometer. „Der betroffene, rund einen Kilometer lange Bereich in Warmbad spannt sich vom Hungerbach und dem immer häufiger fließenden Maibachl bis zur Einmündung in den Kalten Bach“, sagt Albel. „Und betrifft damit einen großen Teil des wertvollen und beliebten Naherholungsgebietes der Villacher.“ Für Ortsunkundige: Der Warme Bach führt ab der Maibachl-Quelle bis in die Mündung Kalter Bach bei der Bundesstraße B83, der Hungerbach beginnt nahe der Genottehöhe, fließt (allerdings nur nach Starkregen) entlang der Judendorfer Straße bis zur Einmündung Warmer Bach (Zugang Maibachlquelle). Damit auch die Kur- und Thermengäste im Schlechtwetterfall nicht ungewollt nasse Füße bekommen, wird eine Reihe von unterschiedlichen ober- und unterirdischen Eingriffen nötig sein. Die Eigentümervertreterin des Thermenresorts, Susanna Mayerhofer, erläutert: „Im Bereich der Betriebe gibt es bereits eine unterirdische Hochwassersicherung, aber auch diese werden wir nun an die aktuellen Herausforderungen anpassen müssen.“

Rückhaltebecken. Und mehr noch: „Oberhalb der Maibachlquelle im Bereich der ehemaligen Schießstätte denken die Fachleute etwa über ein Rückhaltebecken mit einem Volumen von 41.000 Kubikmeter nach, dass die Abflussmenge deutlich verringert. „Die Topografie ist hier sehr günstig, wir kommen mit einem zwei Meter hohen Damm in Erdbauweise aus“, beruhigt Albel. Konkret: Es wird als naturnahe Aufwölbung ein Erddamm entstehen – solche flachen Neigungen sollen im Gelände nicht auffallen, erscheinen wie eine Mulde. Albel: „Sicherheit ist natürlich das Wichtigste, aber selbstverständlich werden wir auch eine optisch die Landschaft schonende Variante wählen.“ Am Hungerbach wird man an der Errichtung einer Geschieberückhaltesperre nicht vorbeikommen, ebenfalls, um den Durchfluss im Extremfall zu reduzieren. Besonders sensibel ist der Abschnitt des Baches entlang der Judendorfer Straße und durch den ganzjährig gut frequentierten Warmbader Park. „Hier ist natürlich die Erhaltung des Baumbestandes am Rande des Bachlaufes und des beliebten Spazierweges im Vordergrund“, sagt Albel.

Winterbedingt fließt hier aktuell nichts, doch auch das Maibachl gehört zum betroffenen Bereich

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