Jasmin Hassler aus Millstatt arbeitet in einer männerdominierten Branche und gehört somit zu den wenigen Rauchfangkehrerinnen Kärntens.

Für die gebürtige Greifenburgerin war immer schon klar, dass sie einen Männerberuf erlernen möchte, aber zum Beruf des Schornsteinfegers kam sie durch Zufall.

Frauen in Männerberufen
„Mein Traumberuf war eigentlich immer Mechaniker. Als ich mich damals auf die Suche nach einem Ausbildungsbetrieb machte, standen viele meinen Plänen skeptisch gegenüber. Oft musste ich hören, dass ich als junges Mädchen doch zu wenig Kraft für diesen Beruf hätte“, erinnert sich Jasmin Hassler zurück. So schwierig hätte sich die heute 25-Jährige die Suche nach einer Lehrstelle nicht vorgestellt. Die Sterne standen also schlecht, bis ihr plötzlich eine Freundin den Tipp gab, dass ein Rauchfangkehrer- Betrieb einen Lehrling suche.„Bis dato hatte ich diesen Beruf eigentlich nicht am Schirm – dementsprechend hatte ich auch keine Ahnung, was mich erwarten würde“, lacht die Millstätterin. Da der Chef dieses Betriebs bereits seine Tochter ausgebildet hatte, war es für ihn nur logisch, auch Jasmin Hassler die Chance zu geben, welche die junge Frau auch ergriff.

Toller Beruf
Nach ihrer Ausbildung wechselte Jasmin Hassler zu einem anderen Betrieb und auch ihre dortigen Kollegen waren skeptisch, als die 24-Jährige am ersten Arbeitstag in ihrer schwarzen Mondur vor ihnen stand. Da die Rauchfangkehrermeisterin, aber nicht zimperlich ist, konnte sie ihren männlichen Kollegen schnell zeigen, dass auch eine Frau Kamine kehren kann. Aber was begeistert Jasmin an ihrem Job: „An der Arbeit gefällt mir vor allem der Umgang mit meinen Kunden und auch, dass ich immer an der frischen Luft bin, finde ich super, denn privat bin ich nämlich eher ein Couch- Potato“, lacht die 24-Jährige. „Außerdem ist kein Tag wie der andere. Es gibt immer wieder Neues zu entdecken, wie zum Beispiel modernste Heiztechniken. Das find ich total spannend“, schwärmt Jasmin. Das Einzige, was ihr am Beruf nicht immer Spaß macht, sind so manche tierische Begegnungen: „Hund und Rauchfangkehrer sind keine gute Kombination. Das musste ich am eigenen Leib schmerzlich feststellen, als mich doch tatsächlich einer ins Bein biss“, erinnert sich Jasmin zurück, die in ihrer Freizeit am liebsten schnelle Autos fährt. „Nichtsdestotrotz liebe ich meinen Beruf und bin glücklich, meinen persönlichen Traumjob gefunden zu haben“, so Jasmin Hassler.

© Sandra Pertl