Ein in Kärnten bis jetzt einzigartiges Projekt wird in der Volksschule St. Kanzian umgesetzt: Erich Pfeifenberger vom Roten Kreuz wird Kinder durchgehend von der ersten bis zur vierten Klasse in Erster Hilfe schulen.

Einmal pro Monat ist Sanitäter Erich Pfeifenberger vom Roten Kreuz Völkermarkt für zwei Stunden in den beiden ersten Klassen der VS St. Kanzian – und die Begeisterung bei den Kindern ist groß! Er vermittelt ihnen altersgerecht und mit praktischen Übungen Kenntnisse in Erster Hilfe und wird die Kinder durchgehend bis zur vierten Klasse begleiten. „Heuer lernen wir sozusagen die ,Buchstaben’“, lacht Pfeifenberger. Die Basis der Ersten Hilfe also, Weiterführendes und Zusammenhänge folgen Schritt für Schritt.

Gemeinsames Projekt
Start des Projekts, das vom Österreichischen Jugendrotkreuz, dem Roten Kreuz Völkermarkt und der VS St. Kanzian durchgeführt wird, war zu Beginn des aktuellen Schuljahres im September. „Die Idee wurde schon vor längerer Zeit im Gespräch mit Erich Pfeifenberger geboren. Wir haben sie dem Jugendrotkreuz nähergebracht, das zum größten Teil die Finanzierung trägt. Im Schulforum waren dann alle Eltern dafür, sie zahlen einen kleinen Beitrag dazu“, erklärt Volksschuldirektor Anton Kummer. Erich Pfeifenberger weiß: „In Kärnten gibt es das Projekt in dieser Form sicher noch nicht.“

Was ist zu tun?
Pflaster aufpicken, einen Verband mit einer Wundauflage anlegen oder ein Dreieckstuch verwenden können die Kinder bereits und sie wissen auch, wie man z.B. bei Nasenbluten richtig handelt: Das betroffene Nasenloch zuhalten, damit das Blut trocknet und den Kopf nach vorne beugen. Zusätzlich ist es gut, ein mit kaltem Wasser getränktes Tuch in den Nacken zu legen. Und was hat es mit der goldenen Folie auf sich, mit der flink ein Schulkollege eingewickelt wird? Bei einem Verletzten, z.B. nach einem Skiunfall, sorgt die reflektierende Folie dafür, dass der Körper die Temperatur hält, bis die Rettung kommt.

Beherzt handeln
Erich Pfeifenberger: „Es ist sehr wichtig, dass die Schüler wissen, dass kein Kind allein im Rettungsauto ist, dass immer jemand beim Patienten bleibt. Und vor allem: Auch, wenn man Schuld an einem Unfall hat, wenn etwas passiert ist, weil man einen ,Blödsinn’ gemacht hat, etwas, das man nicht darf, muss man sofort Bescheid geben und Hilfe für einen Verletzten holen. Alles andere kann später besprochen werden, aber einem Verletzten muss gleich geholfen werden.“ Durch das konsequente Üben der Ersten Hilfe sollen die Kinder die Scheu und die Angst verlieren und in einem echten Notfall beherzt und richtig handeln können. „Es ist uns sehr wichtig, dass wir schon bei den Kindern die Bereitschaft zu helfen fördern können“, betonen der Rotkreuz-Mitarbeiter und der Schuldirektor.

Großes Foto oben: Die Kinder der 1a- und der 1b-Klasse mit Sanitäter Erich Pfeifenberger, ihren Lehrerinnen Monika Buchbauer und Sonja Markitz und Direktor Anton Kummer
© KRM

Geschickt wird ein Verband angelegt

Erich Pfeifenberger erklärt, wie man mit einem Dreieckstuch einen Verband oder eine Armschlinge anlegen kann (Bild oben) und schon wird der Schulkollege „verarztet“ (unten)
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