Die 4-jährige Lavinia musste in ihrem jungen Leben schon viel durchmachen. Als Baby erlitt sie eine Hirnhautentzündung und musste drei Wochen auf der Intensivstation ausharren, bevor sie mit starken Medikamenten und einer ungewisser Zukunft entlassen wurde.

Vor etwa einem Jahr begannen schwere epileptischen Anfälle ihren kleinen zerbrechlichen Körper durchzuschütteln. Nichts schien Lavinia mehr zu helfen, denn die bisherigen Medikamente verloren ihre Wirkung. Die kleine Maus wurde ihrem Schicksal überlassen. Ihre Pflegegroßmutter Marion Kaufmann wollte sich damit aber nicht abfinden. Nach intensiver Suche nach Alternativen stieß sie schließlich auf ein vielversprechendes Naturheilmittel, Cannabisöl bzw. Hanföl.

Wenn Medikamente nicht mehr wirken
Das ist die herzzerbrechende Geschichte eines kleinen Mädchens, das unter einer schweren Form von Epilepsie leidet, und ihrer Pflegegroßmutter, die sich liebevoll um sie kümmert. Lavinia erkrankte im Alter von gerade eimal drei Wochen an einer Hirnhautentzündung, die sie zum Pflegefall machte. Die Ärzte konnten ihr nur starke Medikamente verschreiben, die den Körper bei länger andauernder Behandlung nachhaltig schädigen können und welche ihren Zustand nur zu stabilisieren vermochten. Von Heilung konnte nicht die Rede sein. Vor einem Jahr begannen ihre epileptischen Anfälle, ganze 15 bis 30 Anfälle pro Tag, die dem Mädchen alle Lebensgeister raubten. Die schweren Medikamente, die Lavinia täglich einnehmen musste, verloren langsam aber sicher ihre Wirkung. Mit den Fachärzten wurden weitere acht Medikamente getestet, die jedoch nicht halfen. Eine Pflanze mit schlechtem Ruf und großer Wirkung. Nach einiger Zeit stieß Marion Kaufmann bei ihren Recherchen auf Cannabis. Bei dieser Pflanze handelt es sich um die bekannte, mit äußerst schlechtem Image behaftete Rauschpflanze, die vornehmlich in Form eines Joints geraucht wird. Doch die Pflanze, auch Hanf genannt, kann viel mehr. Sie ist eine der ältesten bekannten Nutzpflanzen der Welt. So können aus den Fasern unter anderem widerstandsfähige Textilien hergestellt werden. Das Öl aus den Samen, welches keinerlei Cannabinoide enthält, findet Anwendung in der Küche als gesundes Speiseöl. Und auch als Arzneimittel gewinnt Hanf langsam aber sicher an Bedeutung. Forscher fanden unlängst heraus, dass einige der enthaltenen Stoffe, die bekanntesten sind THC und CBD, gegen Krankheiten wie Krebs, Parkinson oder aber auch Epilepsie zu helfen scheinen. Derzeit gibt es noch wenig klinische Studien. So ist kaum bekannt, welche der über 140 Cannabinoide der Pflanze gegen welche Krankheitsbilder helfen können, und es existieren derzeit auch noch keine offiziellen Dosierungsrichtlinien, was den gezielten Einsatz als zukünftiges Medikament erschwert. Lediglich die Mayo Klinik in Minnesota wagte eine erste, schwache „Empfehlung“ von 50 bis 500mg pro Tag, was verdeutlicht, wie wenig noch gesichertes Wissen selbst in der medizinischen Welt bisher vorhanden ist. „Cannabis hat einen sehr schlechten Ruf, dabei ist sie Hoffnungsträger für zahlreiche schwere Erkrankungen. Wir in der Hubertusapotheke beschäftigen uns schon sehr lange mit der Medikation und Wirkung von Hanf und können nur Positives berichten. Leider müssen wir aber auch immer wieder feststellen, dass oft nur Halbwissen vorhanden ist. Von daher wäre es von Vorteil, dass sich auch Ärzte und Apotheker dieses Themas annehmen und so ein positives Umdenken erfolgen kann. Gerade die Fachwelt sollte sich mit dieser Pflanze auseinandersetzen“, erklärt Inhaber der Hubertus Apotheke in Spittal, Dr. Dominik Schantl. „Der erste und wichtigste Schritt in diese Richtung wäre, dass die Menschen lernen zwischen CBD und THC zu differenzieren“, so Patrick Janach, Chemiker der Hubertus Apotheke.

CBD vers. THC
CBD-Präparate sind nicht verschreibungspflichtig und auch in verschiedenen Hanfshops erhältlich. Doch Dr. Dominik Schantl rät zur Vorsicht. Bei den meisten CBD-Ölen handelt es sich um Extrakte, die nicht nur CBD, sondern auch THC und andere Stoffe enthalten und idR. niedrig und mit schwankender Konzentration dosiert sind, was eine Medikation schwierig macht. Patrick Janach betont, dass auf qualitativ hochwertige Präparate, wie sie in der Apotheke selbst hergestellt und angeboten werden, zu achten sei, um eine bestmögliche und sichere Medikation zu ermöglichen. Leider sind hochwertige Präparate noch sehr teuer, sodass sich die monatlichen Kosten, abhängig von der notwendigen Dosierung, auf über 1.000 Euro belaufen können. In ernsten Fällen können die Krankenkassen die Kosten jedoch übernehmen. Ein fachärztlicher Befund ist dabei unumgänglich. Glücklicherweise übernimmt die Gebietskrankenkasse im Fall von Lavinia die Kosten für die Behandlung. Und das verabreichte Konzentrat aus CBD, welches im Gegensatz zu THC nicht berauschend wirkt, scheint sehr gut zu wirken. Seit ihr das Präparat, in Form von Zäpfchen, verabreicht wird, geht es der Kleinen viel besser. Die Anfälle gingen um bis zu 90% zurück und sie beginnt wieder zu sprechen und wieder Kind zu sein. „Das CBD in Form von Zäpfchen schlägt bei Lavinia so gut an. Mir ist es wichtig, dass auch andere Betroffene über die Wirkung dieser Pflanze Bescheid wissen und dass endlich mit dem schlechten Image von Cannabis bzw. Hanf aufgeräumt wird. Dr. Schantl und Herr Janach haben Lavinia und mir mit ihrem Wissen über Cannabis ein großes Stück Lebensqualität zurückgegeben“, erklärt Marion Kaufmann dankbar.

Kosten
Lavinia ist bei weitemkein Einzelfall. Nachdem sich die Geschichte immer weiter verbreitet, melden sich zunehmend Betroffene bei Marion, um sich zu informieren. Sie steht mit Rat und Tat zur Seite und konnte schon einigen weiteren Kindern helfen. Mittlerweile hat sie ein Spendenkonto eingerichtet, mit dessen Hilfe den Betroffenen bei der Finanzierung des CBD-Öls geholfen werden kann. Außerdem gründet die Obervellacherin in den kommenden Wochen einen Verein. Sollten Sie, liebe Leser, den Kindern helfen wollen, so finden Sie hier die Möglichkeit, den ein oder anderen Euro zu spenden: BIC: RZKTAT2K412 IBAN: AT763941200030065411

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