Sport ist ein Tagesgeschäft. Das wurde Sonntag abends in der Villacher Stadthalle nur allzu deutlich. Greg Holst ist nicht mehr Trainer vom VSV. Unmittelbar vor seiner Freistellung gab er uns noch ein Interview.

So schnell kann es gehen. Nach dem mühsam erkämpften Heimsieg gegen Fehervar Ende November, stärkte der VSV-Vorstand Greg Holst noch den Rücken. Auf die Frage ob diese ausgesprochene Rückendeckung bis zu Saisonende gelte, antwortete Ulf Wallisch: „Das kann man nie sagen…“. Eben. Weil Sport ein Tagesgeschäft ist.

„Schwerste Zeit“
Dies wurde am Sonntag Abend in der Villacher Stadthalle nur allzu deutlich. Wie jeden Abend baten die Journalisten die Protagonisten des Spieles zum Interview in den VSV-Presseraum neben dem VIP-Raum. Die Spieler kamen zügig. Zuerst Jordan Hickmott, dann David Kickert. Hickmott wirkte konsterniert. „Es läuft einfach nicht…“. David Kickert bestätigte: „Es ist die schwerste Zeit meiner Profikarriere…“.

„Angebliche Torjäger“
Und dann kam Greg Holst. Nur Minuten bevor er seines Amtes enthoben wurde. Holst, ein Ehrenmann, der sonst nie auch nur den Funken eines negativen Kommentars über seine Spieler verlor, wurde in diesem Interview, welches dem DRAUSTÄDTER auf Video vorliegt, ungewohnt deutlich: „Wir haben Spieler die angeblich Torjäger sind, die Tore schießen müssen, das ist sicher nicht der Fall, das tut weh.“

„Rückstellung“
Ebenso zum Interview gebeten wurde Ulf Wallisch. Als der VSV-Boss den Presseraum betrat, lief die DRAUSTÄDTER-Kamera bereits. Wallisch stellte sich vor die Pressewand und verkündete die „Rückstellung“, wie er es nannte, von Greg Holst und die Beförderung des bisherigen Co-Trainers Markus Peintner. Eine Feuertaufe für Wallisch, der erst seit drei Spielen der „Big Boss“ beim VSV ist. Zuvor sprach sich ein Meeting mit ihm und der Mannschaft sowie Greg Holst im Presseraum herum. Da konnte man bereits erahnen, dass Holst nach insgesamt rund achteinhalb Saisonen hinter der Bande des VSV, sein letztes Spiel als Headcoach bestritten hat. Im Interview sagte Holst zum Abschluss noch: „Am Freitag in Bozen müssen wir weiterkämpfen.“ Kämpfen muss der VSV, allerdings ohne Holst, mit Markus Peintner als Headcoach.

„Stehe nicht im Wege“
Der Wechsel, er wurde notwendig. Für die Stimmung in der Halle. Vor allem auch für die Stimmung der Sponsoren. Dass es kein Leichtes war, Greg Holst seines Amtes zu entheben, das kann man erahnen. Immerhin gilt der VSV als eingeschworene Familie. Man schätzt sich. Greg Holst ist nicht mehr Cheftrainer des VSV, er wird die Entscheidung jedoch professionell aufnehmen. Schon nach dem knappen Heimsieg gegen Fehervar sagte er dem DRAUSTÄDTER: „Ich stehe sicher nicht im Wege…“. Ob Holst dem VSV im Nachwuchs erhalten bleibt, ist abzuwarten.

Abstand gering
Für Markus Peintner gilt es jetzt die Mannschaft zu motivieren, wieder zurück auf Kurs zu bringen. Die entscheidenden Wochen stehen an. Merke: Um den Jahreswechsel, vom 26. Dezember bis zum 7. Jänner, steigt jeden zweiten Tag ein Match. Schon zuvor gilt es wichtige Punkte einzusammeln. Der positive Aspekt im „Massaker“, wie es Greg Holst im Interview abschließend formulierte: Der Abstand zu Platz 6 ist nach wie vor gering, beträgt 6 Punkte. Und – mit Blick zum Lokalrivalen KAC: Der VSV hält nach 25 gespielten Partien bei gleich viel erzielten Toren, nämlich 70 Stück. In der Defensive allerdings kassierte man um satte 25 Goals mehr. Es ist nichts verloren. Jetzt muss aber die Wende her.

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