In den Ambulanzen und Aufnahmestationen des Krankenhauses der Barmherzigen Brüder in St. Veit verzeichnet man eine Frequenzsteigerung durch die Grippewelle von bis zu 50 Prozent. Längere Wartezeiten sowie kurzfristige Terminänderungen seien derzeit nicht ausgeschlossen.

Jährlich stellen Grippeerkrankungen für Hausärzte, Krankenhausambulanzen und Stationen sowie natürlich für die betroffenen Patienten eine große Herausforderung dar. Aufgrund der Grippezeit und vieler Infektionserkrankungen ist die Akutaufnahme am Krankenhaus der Barmherzigen Brüder St. Veit derzeit sehr stark belastet. Es sei klar, dass sich die Frequenzsteigerung von 30 bis fast 50 Prozent auswirke, erklärt Prim. Dr. Franz Siebert, Vorstand der Abteilung für Innere Medizin. „Die Inanspruchnahme der Ambulanzen ist allgemein in den letzten Jahren deutlichangestiegen.“

Ansteckungen vermeiden.
Da die Grippe (eine Viruserkrankung) auch sehr ansteckend ist, steigt auch das Risiko, dass Ärzte und Pflegepersonal sowie Patienten im Wartebereich, aber auch Familienangehörige infiziert werden. „Aus diesem Grund sind im Krankenhaus Isoliermaßnahmen nötig, um nicht weitere stationäre Patienten zu gefährden“, betont der Abteilungsvorstand. Die entsprechenden Hygiene- und Schutzmaßnahmen bedeuten einen großen pflegerischen Aufwand. Durch die Isoliermaßnahmen auf den Krankenstationen kann es sogar vorkommen, dass einzelne Stationen für andere nicht betroffene Patienten gesperrt werden müssen und nicht absolut krankenhausbedürftige Patienten nicht stationär aufgenommen werden können. Um die Behandlung von Notfällen zu gewährleisten, werden zudem Patienten nach Möglichkeit vorzeitig entlassen.

Grippe niemals verschleppen.
„Bleiben Sie möglichst bis zur vollständigen Genesung zu Hause und behandeln Sie Ihre Erkrankung in Absprache mit dem Hausarzt“, rät Dr. Siebert. Auch zu Hause sind Hygienemaßnahmen zu empfehlen, um möglichst wenige Familienangehörige anzustecken. Dies beginnt bei virustauglichen Desinfektionsmitteln, vor allem für die Hände, der Vermeidung von körperlichen Kontakten, die adäquate Entsorgung von Taschentüchern etc. „Ergänzend rate ich zu körperlicher Schonung, der Einnahme vitaminreicher warmer Getränke, höher dosiertem Vitamin C, fiebersenkender Medikamente und „bewährte Hausmittel“.

Anzeichen für Grippe.
Doch wie erkennt man eine „echte Grippe“? Prim. Dr. Franz Siebert erläutert: „Im Gegensatz zu einer normalen Verkühlung mit Schnupfen, Halsschmerzen, leichtem Fieber tritt die echte Grippe eher plötzlich mit hohem Fieber auf, Muskelschmerzen, eventuell auch Husten und ausgeprägtem Krankheitsgefühl.“ Die Grippe ist keine einzelne Viruserkrankung, sondern es gibt verschiedene Grippeviren, etwa Influenza A, Influenza B sowie H1N1-Virusstämme.

Vorsorge Grippeimpfung.
Die Grippeimpfung stellt nach wie vor die effektivste Vorsorge vor dieser Erkrankung dar und ist vor allem Menschen in Gesundheitsberufen, Alters- und Pflegeheimen, Lehrberufen, Kindergärten sowie allen anderen Berufen mit vielfachem Personenkontakt zu empfehlen. Bei Menschen mit chronischen Erkrankungen, etwa chronischen Lungenerkrankungen, oder bei Patienten mit Erkrankungen, die allgemein das Immunsystem betreffen, sollten unbedingt prophylaktische Impfungen durchgeführt werden.

Prim. Dr. Franz Siebert, Vorstand der Abteilung für Innere Medizin am Krankenhaus der Barmherzigen Brüder St. Veit/Glan

Hauptfoto © Despositphotos, Portrait © Heike Fuchs