Seit jeher sind wir Menschen auf der Suche nach Freiheit. Die Sehnsucht danach wird in einer Zeit, die durch Hektik und Stress geprägt ist und in der kaum noch jemand im Hier und Jetzt lebt, immer stärker.

Wo aber beginnt Freiheit? Für fünf Oberkärntner Freunde ist die Antwort klar – in den Bergen. Die Abgeschiedenheit in der Natur, fern von Zivilisation und Bequemlichkeit sowie die Tiefe Verbundenheit zur Natur erden die Sportler. Jeder Schritt, Richtung Gipfel vergrößert den Abstand zu den gewohnten Bahnen des Alltäglichen. Von dieser Vogelperspektive aus betrachtet wird einiges, was im Alltag so schwer erscheint, deutlich leichter. Am Berg gibt es keine Termine, die Uhrzeit spielt keine Rolle und es gibt auch kein Fernsehprogramm, das auf einen wartet.

Filmprojekt
Der Mensch verliert immer mehr den Kontakt zur Natur und genau um dieser Entfremdung entgegenzuwirken, haben sich die fünf Freunde für ein abenteuerliches Filmprojekt in Eigenregie mit dem Titel „Wo Freiheit beginnt“ zusammengeschlossen. Die Kamera begleitet die Gipfelstürmer zwei Tage lang bei ihrer Umrundung des Hinteregger Grabens und soll zeigen, wie unsagbar schön unsere Bergwelt ist und dass der Phantasie in den Bergen keine Grenzen gesetzt sind.

Erste Etappen
Ausgestattet mit Filmequipment, Kletterausrüstung, Gleitschirm, Bike sowie Zelt und Schlafsack machten sich die fünf wohl coolsten Gipfelstürmer Oberkärntens auf ihre zweitägige Mission durch die imposante Bergwelt Oberkärntens. In den frühen Morgenstunden startete Rudi Pichler mit Leon Fian in Möllbrücke am Bike. Die beiden Sportler stellten sich der ersten Etappe und bestritten die steile Route bis zur Baumgrenze unterhalb des Gipfels der Bösen Nase, wo bereits die Paragleiter Peter Holzer, Bernd Hohenberger sowie der Downhill-Fahrer Florian Lerchbaumer auf sie warteten. Nun galt es für alle, mit rund 20 Kilo Gepäck am Rücken die letzten Höhenmeter auf den ersten Gipfel zu erklimmen. Von dort startete Florian Lerchbaumer seinen Part des Projekts. Auf seinem Bike bretterte er vom Gipfelkreuz Richtung Tal und lieferte Georg Striedner, der das Team als Filmer begleitete, eine waghalsige Downhillshow mit spektakulären Manövern.

Vogelperspektive
Entlang des Gipfelgrats führte die Route weiter Richtung Gurglitzen, wo sich beim Abstieg ein Geröllfeld vor den Wanderern auftat. Hier war nicht nur vollste Konzentration gefordert, sondern auch eine ausgefeilte Gehtechnik, um nicht mit dem schweren Gepäck zu stürzen. Der atemberaubende Ausblick am Hocheck entschädigte jedoch für den schweißtreibenden Pfad. Die nächste Etappe und damit der vierte Gipfel an diesem Tag führte zum ersten Startplatz der Paragleiter – auf den 2515 Meter hohen Hinteregger Sonnblick. Bei idealen Startbedingungen, perfektem Aufwind und grandiosem Ausblick hoben die beiden Gleitschirmflieger ab. In der dritten Dimension ließen die beiden die beeindruckende Bergwelt auf sich wirken, bevor der technisch sehr anspruchsvolle Flug sein Ende bei den Goaßele Seen mit einer Punktlandung fand. Nach 2.300 Höhenmeter Aufstieg und einer Abkühlung in den Bergseen schlugen die Gipfelstürmer ihr Nachtlager auf. Den wohl einfallsreichsten Sportlern aus Oberkärnten stand eine frostige Nacht bevor, doch der atemberaubende Sternenhimmel ließ sie die Minusgrade schnell vergessen.

Letzte Etappen
In der Morgendämmerung des nächsten Tages ließen die Abenteurer auch schon die ersten Höhenmeter hinter sich, um mit den ersten Sonnenstrahlen in einen der schönsten Klettersteige Österreichs, dessen Nordhänge bereits von Schnee und Eis bedeckt waren, den „Bella Vista“ einzusteigen. Die sehr anspruchsvolle Route führt über den Nordwestgrat auf die Hohe Leier und weist luftige Kletterpassagen auf. Also nichts für schwache Nerven. Auf 2774 Meter Seehöhe hatten die Jungs das Gipfelkreuz erreicht. Dies war der Moment, um kurz innezuhalten und die Schönheit der heimischen Bergwelt in vollen Zügen zu genießen. Danach galt es, am Gipfelgrat den geeigneten Startplatz für den Zweitflug der Paragleiter zu finden. Peter Holzer schaffte es als Erster überhaupt, von dort zu starten. Bernd Hohenberger konnte leider nicht abheben, da ihm glücklicherweise noch vor seinem Start ein Defekt der Steuereinheit auffiel. Da Sicherheit vorgeht, entschied er sich für einen gemeinsamen Abstieg mit Leon und Rudi. So musste Peter Holzer die Umrundung alleine komplettieren. Er überflog weitere Gipfel, um auf den 2592 Meter hohen Gmeineck zu landen. Nach einem letzten Start flog Peter Holzer noch über den Hinteregger Graben und die Böse Nase und landete schließlich in Lurnfeld – dort wo das Projekt seinen Anfang nahm.

Präsentation
Das einzigartige und spannende Kurzfilmprojekt wird am 5. Jänner 2018 um 19 Uhr beim Kreinerhof in Möllbrücke vorgestellt.

©KK