Viertel-Agentur, Anrainer, Eigentümer und Stadt sollen Kardinalviertel wieder aufpolieren. 

Der KLAGENFURTER berichtet über die Neuigkeiten im Kardinalviertel. Zeitgleich kommt es zu einer Presseaussendung der der Stadt Klagenfurt, dass das Aus Kastner & Öhler“ am Standort Waaggasse beschlossen wurde. „Da für Bürgermeisterin Dr. Maria-Luise Mathiaschitz „keine Einigung in Sicht ist“ und laut einem fachlichen Gutachten der Abteilungen Stadtplanung und Verkehr positive Effekte für eine Belebung der östlichen Innenstadt nicht belegbar sind, wird jetzt ein Schlussstrich unter dieses Standort-Kapitel gezogen.“ heißt es in der Aussendung der Stadt Klagenfurt. „Weiters wird vom Eigentümer der Neubau der Tiefgarage am Kardinalplatz samt der Sanierung des dazugehörigen Gebäudes auf Basis des neuen Verkehrskonzeptes definitiv abgelehnt.“ Die Stadt sieht nämlich durch die Umbauten des Investors keine Möglichkeiten mehr den Kardinalsplatz neu zu gestalten und will nun den Fokus auf den Osten – das Kardinalviertel legen.

Viel zu tun
Leerstehende Geschäftslokale, leerstehende Wohnungen, gestalterische Mängel im öffentlichen Raum und fehlende Aufenthaltsqualität werden von nonconform als Herausforderungen, mit denen das Viertel kämpft, genannt. Was auch in der Bestandsaufnahme durch die Befragungen von Anwohnern, Eigentümern und Geschäftsleuten herauskommt ist, dass das Viertel als abgelegen empfunden wird. Zudem wird die Bahnhofstraße als Barriere gesehen. Nonconform schlägt z.B. eine Achse zum Lendhafenviertel zu bilden, vor. „Das Besondere ist die Kleinteiligkeit. Die Zukunftsentwicklung beginnt nicht bei Null. Es gibt viele Qualitäten …., die in der restlichen Innenstadt nicht zu finden sind.“ Als Dorn im Auge werden von Beteiligten die vielen parkenden Autos am Kardinalplatz empfunden.

Live-Konzerte?
Vieles bleibt im Kardinalviertel, das durch die Bahnhofstraße, Lidmanskygasse und 8. Mai Straße begrenzt wird, unentdeckt. Die Kardinalschütt eignet sich perfekt als Bühne für Veranstaltungen. „Der Kardinalplatz wird in die Planung von Open-Air-Events einbezogen und erhält so mehr Präsenz in der innerstädtischen Wahrnehmung.“ heißt es im Konzept.

Bindeglied
Eine Viertel-Agentur soll in etwa zwei Monaten mit ihrer Arbeit beginnen. Zwei Personen stehen in der engeren Auswahl. Diese sollen ein Büro im Kardinalviertel bekommen. Ihre Aufgabe wird die Verbindung zum Rathaus zu sein. Es soll sogar ein zweiter Co-Working Space entstehen. „Auf alle Fälle sollen die zwei Angestellten durch die Straßen gehen und aktiv auf die Geschäftsleute zugehen und sich um ihre Anliegen und Fragen kümmern“, erklärt Geiger. Die Agentur wird als Anlaufstelle, Ansprechpartner, zur Vernetzung beitragen und mit Veranstaltungen zur Belebung des Viertels beitragen. Derzeit wird an den letzten Feinheiten zur Projekt-Definition gefeilt. Die Stadt wird Geld für die Agentur, Bespielung, Förderungen und kleine bauliche Maßnahmen in die Hand nehmen. So kann sich die Stadt gut vorstellen, Holzbalken zum Sitzen auf dem Kardinalplatz anzubringen.

„Mix it“
Worin sich alle Beteiligten einig sind: Es müssen mehr Menschen in die Stadt. „Nicht alles soll mit Handel und Gastronomie gefüllt werden. Wir können uns in den Leerständen vorstellen, dass Ärzte im Erdgeschoss eine Ordination haben und dass in den oberen Stöcken Raum zum Wohnen geschaffen wird“, sagt Geiger.

Damit der Kardinalplatz erneuert werden kann, wurde Neubau der Tiefgarage am Kardinalplatz samt der Sanierung seitens des Investors von der Stadt abgelehnt

© KRM

Die Spitalgasse im Osten der Stadt kann durch einfache Gestaltungsmaßnahmen aufgepeppt werden

© nonconform