Die FBS Wolfsberg gibt mit Beginn des Schuljahres die Lehrberufe Einkelhandels- und Bürokaufmann ab. Im Gegenzug werden zukünftig alle Metallbau-/Blechtechniklehrlinge Kärntens in Wolfsberg ausgebildet.

Büro- und Handelslehrlinge aus dem Bezirk Völkermarkt und Wolfsberg gehen mit der diesjährigen Verleihung der Abschlusszeugnisse in die Chronik der Fachberufsschule Wolfsberg ein. Aufgrund des neuen Berufsschulkonzepts müssen diese Berufe in Wolfsberg zugunsten von Metallberufen weichen. 2025 soll die Kfz-Abteilung folgen. Der Standort konzentriert sich im Endausbau auf Metall, Lehre mit Matura für alle Lehrberufe als Tages- und Abendschule. Gründe dafür sind der demografische Wandel und die damit verbundenen rückläufigen Schülerzahlen. Dies trifft nicht nur den Bezirk Wolfsberg – ganz Österreich ist davon betroffen. „Die Prognose zeigt uns, dass die Lehrlingszahlen bis 2030 nicht steigen werden“, sagt FBS-Direktor Norbert Aichholzer. „Lehrbetriebe mit einem umfassenden Lernangebot an die Jugendlichen und deren Eltern werden aber weiterhin keine Probleme mit dem Lehrlingsmangel haben.“

100 gehen, 120 kommen
Während in anderen Bundesländern Berufsschulstandorte geschlossen werden, hat man sich in Kärnten zu einem Konzept der Kompetenzzentren entschlossen. Dies bedeutet für den Wolfsberger Standort, dass mit Beginn des neuen Schuljahres die FBS Wolfsberg alle Metallbau-/Blechtechnik Lehrlinge Kärntens beschult. Diese werden von den Standorten Villach und St. Veit nach Wolfsberg zusammengefasst. „Damit können wir unsere Hauptstellung im Metallbereich weiter ausbauen“, so Aichholzer. Dafür muss allerdings der Lehrberuf Einzelhandelskaufmann an Klagenfurt und der Beruf Bürokaufmann an St. Veit abgegeben werden. Die Schule verlassen ca. 100 Lehrlinge, 120 neue kommen hinzu. Weil die hinzukommenden Lehrlinge lange Anfahrtszeiten aufwenden müssen, ist auch das 2005 errichtete Lehrlingsheim wieder voll ausgelastet. Erleichternd kommt hinzu, dass seit 1. Jänner 2018 die Lehrbetriebe und Lehrlinge keine Internatskosten mehr zu tragen haben. Die hervorragend geführte kleine Kfz-Abteilung, welche die einzigen zwei Kärntner Staatsmeister hervorgebracht hat, bleibt bis 2025 bestehen und wandert dann nach Villach. Aufgrund der jahrelangen Planung durch Aichholzer und seinem Team konnte mit Pensionierungen und Qualifikationsmaßnahmen verhindert werden, dass Lehrpersonen an einem anderen Standort unterrichten müssen.

Lehre nach Matura
Die Wirtschaftskammer und der Landesschulrat arbeiten an einem Angebot, welches vor allem Abgänger aus Gymnasien mithilfe einer Lehrzeitverkürzung in die Metallbranche bringen soll. „Wir haben den Lehrplan, welcher eine einjährige Lehrzeitverkürzung vorsieht für den Metallberuf bereits in der Schublade und sind startklar. Wir werden dieses Jahr für die Bewerbung nutzen und dann im nächsten Schuljahr mit einer „Metallklasse Lehre nach Matura“ starten. Das Preitenegger Unternehmen Konrad Forsttechnik ist bereits Partner für dieses ambitionierte Vorhaben der Fachberufsschule Wolfsberg.

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