Seine Fotokunst kann unsere Augen öffnen: Fotograf Karlheinz Fessl hat zum zweiten Mal seine Bilder für den Kalender von „Iniciativ Angola“ zur Verfügung gestellt.

Seine Aufnahmen haben Tiefe und sollen die Realität zeigen. Die Rede ist von den Arbeiten des Klagenfurter Fotografen Karlheinz Fessl. Vor zwei Jahren wurde Fessl vom Verein „Iniciativ Angola“ gefragt, ob er nicht die Bilder für den jährlich erscheinenden Kalender machen möchte. Er war sofort bereit zu helfen. Mit den Einnahmen aus dem Kalender werden Schwestern in Angola unterstützt, die dort Schulen betreiben.

Festnahme wegen Fotos
Angekommen in Angola erfuhr der Klagenfurter selbst die harte afrikanische Realität von Korruption und Verletzung von Menschenrechten. Fessl: „Die Hälfte der Menschen in Luanda, Angolas Hauptstadt, lebt in Slums. Die Stadt wächst explosionsartig. Es ist eine gefährliche Stadt. Ich wurde festgenommen, weil ich auf der Straße fotografiert habe.“ Mit Glück und etwas Überzeugungsarbeit mit Hilfe von Dollarnoten entkam Fessl den korrupten Polizeibeamten. „You don’t have the authority to take pictures, that costs money (Anm. Sie haben nicht die Autorität – das kostet Geld)“ – lautete der Vorwurf. „Dass man in einem demokratischen Staat nicht fotografieren darf, war mir neu. Sie haben mir 120 Dollar, was drei guten Monatsgehältern entspricht, abgenommen und ich konnte wieder gehen“, erinnert sich Fessl .

Schön, reich und arm
Bei den Landschaften zeigt er die schöne Seite Angolas. Fessl: „Die Fotos von den unglaublichen Umweltsünden zeige ich nicht. Aber es gibt sie. Die Meere und Strände, die voller Plastik sind.“ Angola ist aber nur wegen seiner hoch korrupten Regierung derart arm. Es hat Erdölvorkommen und eine der größten Diamantenvorkommen. „Davon sieht die Bevölkerung kaum etwas. Der Großteil der Gelder aus den Diamantenminen geht in die Firma der Tochter des Regierungschefs“, sagt Fessl.

Widersprüchliche Hilfestellung
„Die Arbeit der Schwestern, die Schulen und Waisenhäuser zu betreiben und zu bezahlen, ist eigentlich Aufgabe des reichen Staates. Die reiche Regierung will jetzt nichts ändern. Das Kartenhaus kann jederzeit zusammenfallen“, sagt Fessl. Im gleichen Atemzug weiß Fessl: Wenn man nicht hilft, passiert gar nichts.

Ihr habt noch keinen Kalender? Den Wandkalender gibt es für eine Spende von mindestens zehn Euro im Büro der Iniciativ Angola, Tarviser Straße 30, Hermagoras Buchhandlung in Klagenfurt und im Weltladen Klagenfurt.

Foto oben: Naturschauspiel vor den Toren Luandas, der Hauptstadt von Angola

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Fessl: „Der Kwanza ist der größte Fluss Angolas, nach dem auch die Währung benannt ist“

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Der Klagenfurter Karlheinz Fessl versucht jedem Bild Tief und Schärfe zu verleihen

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