In Kärnten erdacht, unter anderem am Kreuzberg im Gailtal umgesetzt, werden die Motorradmarkierungen nun auch auf Straßen in Slowenien und Luxemburg verwirklicht.

Die Idee zu den Bodenmarkierungen, sie sollen Motorradfahrern in Linkskurven davor bewahren auf die Gegenfahrbahn zu gelangen, hatte Gerald Höher von der Kärntner Landesregierung. Höher, selbst begeisterter Motorradfahrer, spann das Konzept zusammen mit dem Kuratorium für Verkehrssicherheit unter der Ägide des Bereichsleiters für Verkehrssicherheit, Klaus Robatsch weiter. Robatsch: „Das Konzept hat sich bewährt, das belegen Studien. Mittlerweile wurde das in Kärnten erdachte Konzept auch in Slowenien und Luxemburg umgesetzt.“ Zudem überlegen skandinavische Länder ebenso eine Implementierung der Motorrad-Bodenmarkierungen.

Elliptische Markierungen
„Durch die Schräglage gelangen Motorradfahrer gerade in Linkskurven oft auf die Gegenfahrbahn, durch die Bodenmarkierungen werden sie optisch dazu verleitet weiter rechts zu fahren. Das hat den Effekt, dass die Fahrzeuge automatisch auf der richtigen Spur bleiben und verhindert zugleich einen großen Teil an Unfällen durch Kolissionen“, erklärt Paul Schnabl, Verkehrsreferent der Polizeiinspektion Hermagor. Ein weiter psychischer Effekt ist, dass Motorradfahrer wissen, dass Bodenmarkierungen sehr rutschig sein können und somit vermeiden auf diesen zu fahren. „Seit die Bodenmarkierungen am Kreuzberg angebracht wurden, konnten wir keine Motorradunfälle aufgrund überfahrener Mittelstreifen mehr feststellen“, erklärt der Verkehrsreferent weiter.

Gefahren
Meist sind Überhöhte Geschwindigkeit und Selbstüberschätzung die Ursache, warum Motorradfahrer auf die Gegenfahrbahn abkommen. „Gerade im Frühling oder zum Saisonbeginn werde diese Unfallursachen unterschätzt“. Deswegen rät Paul Schnabl zu einem Fahrsicherheitstraining, bevor man wieder auf ein Motorrad aufsteigt. „Fahranfänger oder Lenker die nach einer längeren Pause, wie beispielsweise nach dem Winter, wieder beginnen zu fahren, haben das größte Risiko. Kontrollverust und Unfälle sind zumeist die Folgen“, ergänzt er.

Auswertung
Laut KFV-Erhebungen (die Daten liegen der Redaktion vor, Anm.) sank durch die Markierungen der Prozentsatz jener Motorradfahrer, die bei Linkskurven am Mittelstreifen, bzw. leicht darüber fuhren, von 24 auf neun Prozent. Zudem stieg der Prozentsatz jener Motorradfahrer, die sich im sicheren Bereich auf der eigenen Fahrspur bewegen, von 33 auf 54 Prozent. Nur ein Prozent der motorisierten Zweiradfahrer, gelangt trotz der Bodenmarkierungen bei unübersichtlichen Linkskurven immer noch deutlich auf die Gegenfahrbahn.

 

 

©KRM