Seit April 2018 darf in Kärnten der geschützte Fischotter gefangen und entnommen werden. Im Lavanttal gingen bisher aber erst zwei Tiere in die Falle. Kärntenweit soll das Kontingent von 43 Stück erfüllt werden.

Seit Inkrafttreten der Fischotterverordnung im April 2018 wurden kärntenweit bisher 28 Fischotter gefangen und entnommen, die meisten davon im Bezirk St. Veit. Gerade im Lavanttal, wo Fischereiberechtigte von Schäden über hunderttausende Euro berichten und immerhin fünf Fallen aufgestellt sind, gingen allerdings erst zwei der Fischräuber in die Falle. Woran das genau liegt, konnte man auf Anfrage im Büro von LR Martin Gruber nicht beantworten: „Es steht eher im Fokus, dass wir insgesamt kärntenweit die Zahl der Fischotter reduzieren wollen und wie es aussieht, wird das per Verordnung erlaubte Kontingent auch erfüllt werden“, heißt es von dort.

150 Jäger
Mittlerweile haben in Kärnten 150 Jäger die vorgeschriebenen Schulungen absolviert, um Fischotter entnehmen zu dürfen. Außerdem wird pro Fischereiverein der Ankauf von zwei Lebendfallen gefördert – denn für den Otterfang sind nur ganz bestimmte Modelle zugelassen, die zum Zwecke des genauen Monitorings mit GPS-Koordinaten versehen werden.

26 Ansuchen um Schadenersatz
Mit Beschluss vom 1. März 2018 sind auch die Fischotterschäden über den Wildschadensfonds abzuwickeln, der beim Land Kärnten eingerichtet wurde. Das betrifft derzeit 26 solcher Ansuchen, darunter auch einige aus dem Lavanttal. Eines davon stammt von Ulrich Habsburg-Lothringen, der den Otterschaden an seinen Gewässern auf rund 196.000 Euro in den letzten sechs Jahren schätzt. Rund 80 % der Schäden entfallen auf die Lavant. „Ein Sachverständiger des Landes Kärnten hat an meinen Gewässern im vergangenen Dezember einen Schaden von rund 16.000 Euro pro Jahr festgestellt“, erklärt Habsburg-Lothringen. „Bisher habe ich aber noch keinen Schadenersatz erhalten.“ Besetzt werden hier nur noch fangfertige Forellen zu bestimmten Terminen, damit die Angler schneller sind als die Otter.

Schutzzäune
In Arbeit befindet sich noch immer eine Richtlinie zur Förderung von Schutzzaunmaßnahmen. „Wir haben aber natürlich trotzdem alle diesbezüglichen Ansuchen bearbeitet und auch Förderungen ausbezahlt“, sagt Barbara Wedenig vom Büro LR Gruber. „Jeder Betroffene kann auch weiterhin seine Schadensmeldung bzw. sein Ansuchen an die Landwirtschaftsabteilung bzw. an das Büro das Landesrates übermitteln.“ Spezielle Otterzäune sind die einzige bekannte wirkungsvolle Möglichkeit, Fischotter von Teichanlagen fernzuhalten. Allerdings erhöht ihr ein Einsatz den Fraßdruck auf natürliche Gewässer. Ein Fischotter frisst zwischen 0,5 und einem Kilogramm Fisch pro Tag. Der Bestand in Kärnten wird auf über 300 Exemplare geschätzt.

Fischereibewirtschafter Ulrich Habsburg-Lothringen

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