Der Villacher Martin Morokutti ist seit mehr als 20 Jahren als Nikolo unterwegs – die Rolle des Krampus hat ihn nie interessiert. Plus: Wir lüften das Geheimnis des Nikolo-Buches.

„Ich wollte schon immer der Nikolo sein. Der Part als Krampus hat mich nicht interessiert, da musst du immer anderen hinterherlaufen, das ist mir zu anstrengend. Außerdem will ich nicht zum Fürchten sein“, lacht Martin Morokutti. Der 42-Jährige Villacher ist in den „Oberdörfern“ (St. Georgen, Pogöriach, Goritschach, Vellach) seit mehr als 20 Jahren als Nikolo unterwegs. „Ich habe anfangs in Wernberg die Nikoloschulung gemacht. Die ist nicht Voraussetzung, aber hilfreich. Man lernt etwa, wie man die Stichwörter der Eltern gut rüberbringt. Der Nikolo dient ja gerne als Erziehungsmethode“, so Morokutti. So versucht Morokutti rügende Reden in ein positives, motivierendes Gespräch umzuwandeln. „Manche Eltern schreiben zu viele negative Sachen auf. Das Kind putzt die Zähne nicht ordentlich oder soll endlich im eigenen Zimmer schlafen. Ich betone dann lieber das tolle, eigene Zimmer und dass es da doch mal alleine schlafen könnte“, erklärt Morokutti und fällt sofort in die Nikolo-typische gütige Sprechweise.

Nikolo zum Fürchten
Auch wenn es meist die Krampusse sind, vor denen sich die Kinder fürchten – einmal war es andersrum. „Die Kinder hatten große Angst, ich habe sie gefragt ob die Krampusse gehen sollen, was sie verneint haben. Da bleibe dann ja nur noch ich übrig, also bin ich gegangen und die Krampusse sind geblieben. Den Eltern war das etwas peinlich“, schmunzelt Morokutti. Zum Nikolo-Job ist er zufällig gekommen: „Ich war mit den Perchten im Dorf als Nikolo unterwegs. Dabei hat mich ein Mann spontan gefragt, ob ich nicht als Nikolo zu seinen Kindern kommen könne? Durch Mundpropaganda ist es immer mehr geworden. Auch für heuer sind wir schon ausgebucht, dazu kommen Kindergärten, Volksschule und Hort.“ Sein Überkleid borgt sich Morokutti, der eigentlich evangelisch ist, bei der katholischen Kirche in seinem Ort aus. Das Unterkleid und die Nikolo-Mütze sind „made by Mama“ – eine gelernte Schneiderin. Ein Geheimnis dürfen wir verraten: Auch das ehrfürchtige Nikolo-Buch, aus welchem gelesen wird, ist selbstgemacht. „Meine Schwester hat ein altes Kommissar Rex-Buch schön eingebunden. Von den Hunde-Bildern sieht man aber nichts“, lacht Morokutti.