Im alten Gesindehaus von Gut Thürn in St. Marein betreibt der Wolfsberger Gerd Buchbauer ein Kalendermuseum. Über 7.000 Exemplare befinden sich in seinem Besitz.

Kalender sind für Gerd Buchbauer mehr als bloße Datumsanzeiger. Auf ihn üben Sie eine starke Faszination aus: „Mit dem Thema Kalender kann man sich bis ins Endlose beschäftigen. Es existiert viel Literatur dazu. Kalenderwissenschaftler befassen sich ausschließlich mit der Historie von Kalendern. Mich persönlich begeistert die Vielfalt, die sich auftut, wenn man Kalender sammelt.“ Bestes Beispiel dieser Vielfalt ist die eigene Sammlung von Gerd Buchbauer, die mittlerweile über 7.000 verschiedene Exemplare umfasst. Den Grundstein für das beeindruckende Archiv legte er vor 50 Jahren. „Ich arbeitete damals im ersten Feinkosthaus von Stuttgart im Verkauf. Als ich mich entschlossen hatte, wieder zurück ins Lavanttal zu kommen, nahm ich einen so genannten Schwäbischen Hauskalender als Erinnerung mit“, erinnert sich der Sammler.

Kalendermuseum
Richtig intensiv geht Buchbauer seiner Sammelleidenschaft seit rund 15 Jahren nach. Bis zum Jahr 2005 lagerte er die Kalender im heimischen Keller. Als dieser zu klein wurde und Buchbauer den Wunsch verspürte, seine Sammlung optisch aufzubereiten, machte er sich auf die Suche nach einem geeigneten Raum. Fündig wurde er in Gut Thürn. Im Erdgeschoß des alten Gesindehauses aus dem 17. Jahrhundert (neben GH Thürnerwirt), das früher von Knechten und Mägden bewohnt wurde, hat die Kalendersammlung ein adäquates Zuhause gefunden. Auf einer Fläche von rund 80 m2 können die teilweise seltenen und wertvollen Kalender von Interessierten gegen eine freiwillige Spende nach telefonischer Vereinbarung besichtigt werden. Das älteste Stück ist der „Grätzer Schreibkalender“ aus dem Jahre 1799.

Tag der offenen Tür
So viele Kalender ganz allein zu sammeln ist wohl ein Ding der Unmöglichkeit. „Ich habe bisher 180 Helfer aus Italien, Deutschland, der Schweiz und Österreich registriert, die zum Aufbau des Archivs beigetragen haben.“ In Zukunft plant Buchbauer die Einführung eines Tages der offenen Tür einmal im Monat. Auch Ausstellungen sind geplant. „Ich bin außerdem auf der Suche nach Historikern und anderen bewanderten Menschen, um mein Wissen zu vertiefen. Auch als Recherchegrundlage für wissenschaftliche Arbeiten stelle ich mein Archiv gerne zur Verfügung.“

Ein Teil der Sammlung beschäftigt sich mit Gerd Buchbauers Geburtsort Ulm

Kalender soweit das Auge reicht. In Thürn macht Gerd Buchbauer seine Sammlung der Öffentlichkeit zugänglich

Besonders interessant sind alte und seltene Kalender

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