Elina Garanca tritt am 9. Juli in der Stiftskirche Millstatt auf. Über die Vorfreude, die rund um ihren Kärnten-Auftritt herrscht, zeigt sich der Weltstar angetan. Einem weiteren Engagement 2018 steht sie grundsätzlich positiv gegenüber.

Die KÄRNTNER REGIONALMEDIEN erreichen die lettische Mezzosopranistin in New York. An der Metropolitan Opera gibt Elina Garanca Mitte April gerade die vielumjubelten Abschiedsvorstellungen von ihrer Paraderolle des Octavian in „Der Rosenkavalier“.

Frau Garanca: „Business as usual“ oder doch ein spezieller Moment?
Garanca: Durchaus speziell! Am 13. Mai sind es genau 17 Jahre und zwei Monate seit ich die Partie das erste Mal in Meinigen gespielt habe. Es spielt Wehmut mit. Mittlerweile bin ich der Rolle jedoch entwachsen.

Sie haben einmal gemeint um eine Partie wie den Octavian singen zu können, dürfe man einen ganzen Tag zuvor nicht reden. Wirklich so strikt?
Garanca (lacht): Grundsätzlich ist zuviel plappern für einen Sänger nie gut. Das kostet Energie. Meine Kinder sind aber gerade hier. Und ohne zu sprechen geht es da schlecht. Sie springen morgens auf’s Bett und sagen ‚Mami, Mami, wann gehen wir frühstücken?‘ Auch kenn wir mittlerweile jeden Hügel im Central Park. Über die Jahre vertraut man da seiner Erfahrung. Leicht ist es jedoch nicht.

Die „Met“ hat knapp 4.000 Plätze, in Los Angeles singen Sie mit Gustavo Dudamel vor rund 2.000 Besuchern. In der Stiftskirche Millstatt am 9. Juli werden es an die 400 Personen sein. Fällt Ihnen die Umstellung auf einen kleinen Saal schwer?
Garanca: Grundsätzlich bin ich so erzogen, dass es keine kleinen Dinge gibt. Jede Schraube tut, was für einen großen Plan notwendig ist. So sehe ich auch meine Konzerte. Die Intensität, Aufregung und die Verantwortung ist immer gleich groß. Zudem kann es in kleinen Sälen zu Momenten kommen, die im großen Rahmen vielleicht untergehen.

Können Sie uns schon ein wenig was vom Repertoire verraten?
Garanca: Von mir als Blondine wird immer verlangt, dass ich die Carmen singe. Aber das passt schon. Dann etwas von dem neuen Repertoire. Santuzza und passend zum Sommer entspanntes italienisches Canzone-Repertoire. Grundsätzlich immer etwas ernstes, etwas entspanntes, etwas verführerisches und etwas zum Spaß.

Sie sind Mutter zwei kleiner Töchter. Ihr Mann und Sie sind ständig unterwegs. Wie ist es denn da möglich, Familie und Weltkarriere unter einen Hut zu bringen?
Garanca: Es ist nicht leicht. Es werden mir denke ich alle arbeitenden Mütter zustimmen, dass das A und O das Management ist. Wir müssen monatelang vorausplanen bis ins feinste Detail. Natürlich bedarf es auch einem Team, das um uns arbeitet. Und Gott sei Dank haben wir noch eine Großmutter, meine Schwiegermutter, die uns aushilft.

Welche Werte wollen Sie als Mutter Ihren Töchtern vermitteln?
Garanca: Mir ist wichtig, dass unsere Kinder mit der Natur verbunden sind. In Spanien haben wir Sonnenblumen gepflanzt. Wenn wir zurückkommen, werden die schon wachsen. Mein Mutterherz springt vor Freude, wenn die beiden herumlaufen, Erdbeeren pflücken, sich die Hose abwischen und die Erdbeeren essen. Und natürlich, dass man einfach weiß, dass auch sie als Kinder ihre Arbeit machen müssen. Ob das beim Aufräumen ist oder beim Ausziehen die Sachen zusammenlegen. Da läuft nicht immer die Mama hinterher und macht das.

Ihr Konzert im Rahmen der Musikwochen Millstatt war binnen weniger Minuten ausverkauft. Es soll bereits Gespräche über ein Engagement 2018 geben?
Garanca: Das Verlangen nach meiner Stimme freut mich natürlich sehr. Ich bin bereit für Tradition, ich bin bereit für Regelmäßigkeiten. Das macht auch mein Leben einfacher. Und wenn das Interesse weiter da ist, dann werde ich mein bestes tun, um regelmäßig in Millstatt aufzutreten. Ich bin ja eigentlich der Diener des Publikums.

© Deutsche Grammophon/Holger Hage