Sandro Wechselberger aus St. Andrä erlernt im Traditionsbetrieb Pauscha in Wolfsberg das seltene Handwerk des Fassbinders.

Fassbinderbetriebe gab es im Mittelalter in jeder Stadt. Heute ist der Beruf leider sehr selten geworden. „In Österreich gibt es rund sieben Fassbinderbetriebe“, sagt Klaus Pauscha, der seit 1990 an der Spitze des Wolfsberger Unternehmens steht. „Nicht alle bilden Lehrlinge aus.“ Die Familie Pauscha kann bereits auf fünf Generationen Fassbinder-Handwerk zurückblicken. Gegründet wurde das Unternehmen 1875 von Jakob Pauscha – allerdings im heutigen Slowenien. 1951 übersiedelte die Familie nach Wolfsberg. Seit 2011 führt Klaus Pauscha den Meisterbetrieb gemeinsam mit Sohn Jakob. Während seiner Laufbahn als Fassbinder hat Klaus Pauscha rund 30 Lehrlinge ausgebildet. „Es ist generell nicht einfach, Jugendliche für einen Lehrberuf zu begeistern. Als Vertreter eines seltenen Berufes hat man es noch schwerer“, sagt er. Die Anforderungen sind hoch, denn als Fassbinder muss man Ausdauer, Kraft und Geduld aufbringen.

Verantwortungsvoller Beruf
Mit dem 18-jährigen Sandro Wechselberger befindet sich aktuell ein Fassbinder-Lehrling im Betrieb. „Ich absolviere aktuell mein letztes Lehrjahr. Zu meinen Hauptaufgaben zählt zum Beispiel der Zuschnitt der Langhölzer – der so genannten Dauben –, das Zusammenziehen der Fässer über Feuer, das Befestigen der Reifen mittels Hammer, das Abschleifen von Fässern und deren Überprüfung auf Dichtheit“, erklärt der Lehrling. Wie es nach nach seiner Lehre weitergeht, steht noch nicht ganz fest, allerdings erhält Sandro die Möglichkeit, im Ausbildungsbetrieb zu bleiben und das 14-köpfige Team als ausgelernter Geselle zu verstärken.

Bis zu 10.000 Liter
In puncto Qualität werden bei Pauscha keine Kompromisse eingegangen, denn der Name Pauscha halt weltweit einen guten Ruf: „Unsere Fässer finden auf der ganzen Welt Verwendung“, erklärt Sandro. Produziert werden unterschiedlichste Modelle, vom modernen 225-Liter-Barrique-Fass bis hin zu riesigen Lagerfässern mit bis zu 10.000 Liter Fassungsvermögen. Ein solches „Ungetüm“ hat einen Durchmesser und eine Länge von etwa 2,5 Metern auf. Wie auch andere Produktgruppen ist die Fassproduktion unterschiedlichen Trends unterworfen. Derzeit geht die Tendenz immer mehr Richitung große Lagerfässer. „Unsere Hauptkundengruppe sind Winzer, aber unser Fässer werden auch für Destillate, Bier etc. verwendet.“

Mehr Infos zum Thema Lehre unter www.lehre.ktn.gv.at.

Geduld, Präzision und absolute Aufmerksamkeit sind Voraussetzungen, die ein Fassbinder mitbringen muss

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