Die Kärntner Perchtengruppen fühlen sich medial ins falsche Licht gerückt. Um Vorurteile zu entkräften, wurden wir von den Ebenthaler Perchten zu einem Umzug eingeladen – als Teilnehmer!

Beim Umziehen am Parkplatz des Feuerwehrhauses in Gurnitz staunten einige Teilnehmer des Perchtenumzuges nicht schlecht. Da gab es wirklich eine Percht, die sich nicht selbst anziehen konnte. Nun gut: Die „Percht“ war der Verfasser dieser Zeilen, der zugegebenermaßen äußerst hilflos auf die Unterstützung von Thomas Holzer, seines Zeichens Mitglied der Ebenthaler Perchten, angewiesen war. Das Perchten-Outfit wurde uns von der Gruppe zur Verfügung gestellt.

„Wollen nicht verletzen“
Diese Ausnahme wurde möglich, da sich viele Kärntner Perchtengruppen medial verschaukelt fühlen. Ein Fehlverhalten gegenüber Zuschauern sei „ein absolutes No-Go“. Beim Umzug in Gurnitz wurden seitens des Veranstalters zudem klare Regeln ausgegeben. Eine davon: „Das Laufen mit Latex-Ruten ist untersagt“. „Wir wollen niemanden verletzen, wir wollen die Leute erschrecken und ein bisserl tratzen“, so der Tenor der Teilnehmer. Die sprichwörtlichen schwarzen Schafe gäbe es zwar, der Anteil sei jedoch gering. Man müsse mit Maß und Ziel agieren.

Einfach weitergehen
Auch ein Thema: Aggression seitens der Zuseher. Wir hören: „Oft resultieren kritische Situationen aus einer Mischung aus aufgeheiztem Zuschauerverhalten und Fehlentscheidungen seitens der Umzugsteilnehmer.“ In Gurnitz werden wir von einem Zuschauer aufgefordert dessen Kollegen zu schlagen. Wir wischen dem Aufforderer mit dem Pferdeschwanz leicht durchs Haar und ziehen weiter. Situationen wie diese wurden vor dem Umzug besprochen. Das ausgegebene Motto: „Der Klügere gibt nach“.

©KRM